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Milchvieh

Fütterungskonzept muss stimmen

Andreas Meyer, LWK Niedersachsen
am
17.12.2015

Klimarelevanten Ammoniak-Emissionen kann man durch eine proteinreduzierte Fütterung der Kühe senken. Welche Bedeutung Maßnahmen zur Reduzierung der Ammoniak-Freisetzung für einen Bauantrag haben, lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 51.

Deutschland hat das Ziel verfehlt, die Emission von Ammoniak (NH3) auf 550 kt pro Jahr bis zum Jahr 2010 zu senken. Da der überwiegende Teil der NH3-Emissionen aus der Landwirtschaft, vor allem aus der Rinderhaltung stammt, nimmt der politische Druck zu. Technische Lösungen wie Abluftfilter sind in den frei gelüfteten Rinderställen derzeit nicht praktikabel. Neben Methan und Lachgas gelangt Ammoniak aus Rinderställen über die Abluft in die Atmosphäre und löst dort Umwelteffekte aus (Eutrophierung, Reduzierung der Artenvielfalt etc.). Ammoniak wird aber auch als klimarelevantes Gas eingestuft. Es entsteht aus Harnstoff und wird über die Niere der Tiere ausgeschieden.

Durch die Ausweitung der FFH-Gebiete gewinnt die Emission von Ammoniak in der Rinderhaltung an Bedeutung. Und nicht nur große Betriebe sind betroffen. Betriebe, die neu bauen oder ihren Bestand erweitern wollen und in der Nähe von empfindlichen Gebieten wie Wald oder FFH-Gebieten liegen, müssen gegebenenfalls für einen Bauantrag nachweisen, dass im Stall weniger Ammoniak freigesetzt wird, um den Mindestabstand zwischen Stall und dem schützenswerten Biotop einhalten zu können.

VDI-Richtlinie mit Massnahmen

Verschiedene Minderungsmaßnahmen sind in  der VDI-Richtlinie 3894 „Emissionen und Immissionen in Tierhaltungsanlagen“ gelistet. Als eine der Maßnahmen zur Emissionsminderung ist die bedarfsgerechte Fütterung aufgeführt, die durch den Milchharnstoffgehalt gut zu kontrollieren ist. Dabei wird ein Reduktionspotenzial von bis zu 25 % genannt. Eine Senkung des Rohproteingehaltes im Rinderfutter führt zur Reduktion des Milchharnstoffgehaltes und zu einer geringeren NH3-Ausgasung. Die N-angepasste Fütterung senkt in erster Linie die N-Ausscheidung mit dem Harn, insbesondere die Ausscheidung von Harnstoff-N.

Niederländische Untersuchungen übertragbar

Niederländische Untersuchungen konnten den Zusammenhang zwischen Milchharnstoffgehalt und Ammoniakemissionen im Stall nachweisen, und nach Expertenmeinung sind die Zusammenhänge auch auf die Verhältnisse hierzulande übertragbar. Denn in Deutschland fehlen bisher entsprechende Untersuchungen in offenen Ställen, sie sind aber geplant. In den Niederlanden wird davon ausgegangen, dass eine Senkung des Milchharnstoffgehaltes um 10 mg/l Milch die Ammoniakemission um 2,6 % reduziert.    

Auswertungen der Milchharnstoffgehalte verschiedener Regionen und Jahre ergeben einen mittleren Gehalt von 230 mg/l. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des KTBL hat jetzt empfohlen, dass eine Minderung der Ammoniakemissionen von maximal 10 % angerechnet werden kann. Dafür muss ein Betrieb eine Reduktion von 230 mg auf unter 200 mg Milchharnstoffgehalt/l über die Sammelmilch oder MLP-Kontrolle nachweisen. Eine Senkung um 10 % ist ohne weitere Vorprüfung möglich, wenn ein Betrieb im  Mittel der letzten drei Jahre einen Milchharnstoffgehalt von unter 200 mg/l einhält.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 51/2015 auf Seite 47. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

 

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