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Fütterungsversuch

Hähnchenmast: Pflanzenkohle als Futterzusatz

Kohlebeifuetterung-Haehnchen-Haehnchenmast
Jule Schättler und Mathias Klahsen, LWK Niedersachsen
am
25.09.2017

Die positive Wirkung von Pflanzenkohle in der Einstreu auf die Gesundheit von Masthähnchen ist nachgewiesen. Der Kohle-Zusatz im Futter wurde jetzt getestet.

Es gibt verschiedene Ansätze, die Tiergesundheit während der Mast zu fördern. Die LWK Niedersachsen hat Pflanzenkohle bereits erfolgreich als Einstreuzusatz in der Hähnchenmast getestet.Dies führte sowohl zu einer besseren Einstreuqualität als auch zu einer verbesserten Fußballengesundheit der Tiere. Lediglich die hohe Staubentwicklung der Kohle machte diese Art der Anwendung für die Praxis problematisch.

     

    Pflanzenkohle als Futterzusatz für Hähnchen

    In einem neuen Ansatz des Versuchswesens für Geflügelhaltung der LWK wurde die Pflanzenkohle den Tieren nun direkt über das Futter verabreicht.
    Diese Versuchsanstellung fand in Anlehnung an das EIP-Projekt „CarboFeet“ statt, das sich ebenfalls mit der Thematik Verfütterung von Pflanzenkohle in der Hähnchen- und Putenmast befasst und von der LWK Niedersachsen und der Tierärztlichen Hochschule Hannover betreut wird.

      Pflanzenkohle stabilisiert Magen-Darm-Trakt der Hähnchen

      Ziel des hier beschriebenen Versuchs war es, durch eine Stabilisierung des Magen-Darm-Trakts der Tiere die Kot- und somit auch die Einstreuqualität zu verbessern. Dabei spielte die Verbesserung der Fußballengesundheit eine besonders große Rolle.

      Pflanzenkohle weist aufgrund ihrer Porenstruktur und der somit riesigen Oberfläche eine beachtliche Wasserspeicherkapazität auf. Dies hat bei der Fütterung in der Hähnchenmast folgende Konsequenzen:

      • Durchfallerscheinungen kann entgegengewirkt werden.
      • Durch das hohe Adsorptionsvermögen der Kohle werden mögliche Giftstoffe im Organismus, aber auch überschüssige Nährstoffe, wie etwa Stickstoffverbindungen, gebunden.
      • Emissionen werden dadurch verringert. Das ist ein wichtiger Aspekt, der auch mit der Verschärfung der Düngeverordnung eine immer größere Bedeutung erlangt.

      LWK-Versuch zur Pflanzenkohle-Fütterung in der Hähnchenmast

        Für die Versuchsdurchführung war eine praxisnahe Umsetzung entscheidend. Der Versuchsbetrieb ist folgendermaßen aufgestellt:

        • konventionelle Hähnchenmast,
        • Stall bot Platz für insgesamt 20.000 Masthähnchen,
        • die Tiere werden im Versuchszeitraum 42 bzw. 38 Tage (inklusive Vorgriff) gemästet.

        Positive Auswirkungen auf Fußballengesundheit der Hähnchen

        Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse des vorliegenden Versuchs:

        • Eine Dosierung von 1,5-2,0 kg Pflanzenkohle/t Futter wird als geeignet angesehen.
        • Eine höhere Dosierung scheint keine weiteren Vorteile bezüglich der Wirksamkeit zu haben.
        • Pflanzenkohle soll unterstützend wirken und den Organismus der Tiere entlasten.
        • Noch bleibt ungeklärt, inwiefern Wechselwirkungen mit Medikamenten und anderen Zusatzstoffen bestehen.
        • Für eine kontinuierliche Verabreichung der Kohle ins Futter werden Dosiervorrichtungen angeboten.
        • Es sollten Standards bezüglich der Qualität der eingesetzten Kohle definiert werden.
        • Der Zusatz von Pflanzenkohle kann kein Ersatz für ein unzureichendes Management sein.

        Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 38/17 ab Seite 42. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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