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Auktion

Hochkarätige Böcke unter dem Hammer

Heidschnucken-Müden-Ia-Böcke
am Dienstag, 21.08.2018 - 17:21

Der Müdener Heidschnuckentag präsentierte eine Auswahl von 39 sehr hochkarätigen Böcken. Für die vielen Touristen und Zuschauer war aber mit Sicherheit nicht nur das züchterische Niveau interessant, sondern auch die Vitalität der Böcke. Mit ihren Sprüngen und läuferischen Einlagen im Auktionsring sorgen die Böcke für einige interessante Schaubilder.

Hervorragende züchterische Leistung

Mit sieben wüchsigen und eleganten Böcken qualifizierte sich Gerhard Oehlers aus Lauenbrück für diese hochkarätige Veranstaltung und gewann die Titel des Siegerbocks und der Siegerherde, da alle Tiere vordere Plätze in den Rangierungen erhielten. Diese hervorragende züchterische Leistung fand auch den Zuspruch der Käufer, die für drei dieser Böcke jeweils über 1.000 Euro zahlten. Der Siegerbock (Kat-Nr. 7), als jüngster der Ia-Böcke, überzeugte in allen Merkmalen und wurde mit einem Zuschlagspreis von 2.000 Euro gleichzeitig auch teuerster Bock der Veranstaltung.

Gerhard Oehlers aus Lauenbrück mit seinem Siegerbock (l.) und Reservesieger Detlef Fischer vom Heidschnuckenhof Jeversen GmbH

Den Reserve-Siegerbock (Kat-Nr. 20) präsentierte die Heidschnuckenhof Jeversen GmbH von Detlef Fischer. Dieser Bock begeisterte auch schon die Körkommission, die für das Exterieur mit der Note 9 ein „ausgezeichnet“ vergab. Die Verbindung von optimalen Bemuskelung mit viel Rippentiefe und Breite gefiel auch den Preisrichtern und führte im 1. Schritt direkt zum Ia-Preis der älteren Bockklasse.

Den einzigen G1-Bock der Ia-Böcke stellte Günter Rüpke aus Winsen/Aller. Dieser Bock der mittleren Altersklasse, der mit der Kat-Nr. 9 antrat, zeigte nicht nur ein harmonisches Exterieur, sondern auch ein großes züchterisches Potential mit seiner Kombination aus hohen Zuchtwerten, sehr guter Feldprüfung und fruchtbarer Mutterlinie. Aufgrund der EU-Vorgaben, dass nur Böcke der Scrapieresistenzklasse G1 exportiert werden dürfen, steigt die Nachfrage nach diesen Böcken. Hauptkriterium der Zucht bleibt aber weiterhin der Erhalt der genetischen Vielfalt und die Leistungsfähigkeit in der Landschaftspflege.

Käufer aus vielen Bundesländern und aus Tschechien nutzten das breite Angebot der Bocklinien und deckten sich mit hochwertigen Zuchtböcken ein. Angebot und Nachfrage waren sehr ausgeglichen, so dass jeder Käufer einen passenden Bock für seine Herde finden konnte. Bei einem Durchschnittspreis von 700,-€ wurden fast alle Böcke verkauft und der Markt gut geräumt.

Probleme der Schafhaltung erkannt

Beim anschließenden Empfang des Verbandes, zu dem viele Ehrengäste begrüßt werden konnten, überbrachte die Tierzuchtreferentin des Landwirtschaftsministerium Frau Dr. Waßmuth, die Grüße der Ministerin und sicherte zu, dass das Ministerium die Probleme der Schafhaltung erkannt hat, die Leistungen, die durch die Schafhaltung erbracht werden, anerkennt und entsprechen Fördermöglichkeiten entwickelt werden sollen. Die Wolfsproblematik, als größte derzeitige Gefährdung der Schafhaltung, sprachen MdL Jörn Schepelmann und Ortrun Humpert von der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände in ihren Grußworten an. Humpert und der Vorsitzende des Heidschnuckenverbandes Carl Kuhlmann betonten die Dringlichkeit einer Förderung der Schafhaltung, da die Finanzierungmöglichkeiten der meisten Betriebe schon überlastet sind.