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Schafe & Ziegen

Immer zur freien Aufnahme

von , am
22.10.2014

Der Bedarf von Schafen an Wasser ist gering, aber lebensnotwendig. Eine gesicherte Wasserversorgung ist die Basis einer hohen Futteraufnahme und Leistungsbereitschaft und erhöht die Vitalität der Schafe.

Besonders hoch ist der Wasserbedarf laktierender Mutterschafe. © Gerdes

Allen Schafen muss ganzjährig Wasser zur freien Aufnahme zur Verfügung gestellt werden. Der Wasserbedarf liegt bei 2 bis 4 Liter je kg aufgenommener Futtertrockenmasse, d. h. die notwendige Wasseraufnahme eines Schafes liegt bei 1,5 bis 8 Liter. Allerdings ist der Wasserbedarf sehr stark abhängig von Faktoren wie Futter, Witterung, Leistungsstadium, Haltungsbedingungen und dem Gesundheitszustand. Besonders bei Hitzeperioden kann der Wasserbedarf schnell auf bis über 10 l je Tier und Tag steigen. Eine unzureichende Wasserversorgung kann zu einer reduzierten Futteraufnahme führen und damit zu Leistungsdepressionen.

Während der Laktation ist der Wasserbedarf am höchsten, da Schafmilch zu 80 % aus Wasser besteht. Ein Wassermangel in dieser Zeit führt zu einer verringerten Milchleistung und damit auch zu einer unzureichenden Entwicklung der Lämmer.

Bei der Winterfütterung führt schon ein kurzfristiger Wassermangel zu einer reduzierten Futteraufnahme und zur verringerten Leistung. Die benötigte Wassermenge ist aus diesem Grund im Stall immer deutlich höher als bei Weidegang.

Auf der Weide haben Schafe meist nur einen geringen Wasserbedarf bzw. nehmen zeitweise kein zusätzliches Wasser auf, da der Wasseranteil in frischem Gras hoch ist. Allerdings ist der Wasserbedarf schlecht abzuschätzen und kann durch Trockenheit und hohe Temperaturen schnell ansteigen. Der Tierhalter ist dafür zuständig, dass immer Wasser zur freien Aufnahme vorhanden  ist. Bei Frost muss mindestens einmal täglich frisches Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden.

Das Wasser sollte nach Möglichkeit Trinkwasserqualität haben. Als Mindestanforderung muss das Wasser für die Schafe geeignet sein, d. h. das Wasser muss von den Tieren angenommen werden und darf keine Stoffe enthalten, die die Gesundheit des Tieres oder die Produkte des Tieres (Milch, Fleisch) negativ beeinflussen. Grundsätzlich sind Tränkeeinrichtungen täglich auf ihre Funktionsfähigkeit und den Wasserzustand zu kontrollieren. Häufig werden Schafe mit Wasser in offenen Eimer oder Bottichen versorgt. Die Gefahr der Verunreinigung ist hierbei besonders groß.  Bei dieser Art der Wasserversorgung ist das Wasser häufiger zu wechseln und die Behälter zu reinigen.
 
Auch die Behälter von Wasserwagen sind regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu reinigen. Auf Weiden ist es vorteilhaft, die Tränkeplätze zu wechseln, um die Infektionsgefahr mit Parasiten zu reduzieren und Trittschäden zu vermeiden. Selbsttränken mit Trinkschalen sind zu empfehlen, da die Tiere diese gut annehmen und die Verschmutzungsgefahr niedrig ist. Nippeltränken können Schafe erst nach einer längeren Gewöhnungsphase nutzen und sind deshalb nicht optimal.  

Bewährt hat sich die Installation der Tränke auf einem Sockel. Die Schafe stellen sich dann mit den Vorderfüßen auf diesen Sockel und die Tränke kann nicht durch Urin und Kot verunreinigt werden.
Die permanent gesicherte Wasserversorgung, die niedrige Arbeitsbelastung und die hohe Qualität des Tränkwassers sind Vorteile von Selbsttränken, die an eine öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind. Eine Selbsttränke sollte nicht mehr als 50 Tiere versorgen. Hüteherden sind im Nachtpferch ausreichend zu tränken, da auf den Futterflächen meist kein Wasser angeboten werden kann.

Wander- und Hüteschäfer tränken ihre Schafe teilweise an Ufern von Gewässern. Nach Möglichkeit sollte die Wasseraufnahme aber nicht von unbefestigten Ufern natürlicher Gewässer erfolgen, da durch Morastbildung und Wasserverschmutzung die Gefahr für einen Parasiten- oder Moderhinkebefall sansteigt. Ein zusätzliches Problem ist die Gefahr des Ertrinkens, da Schafe, die bei steilen Ufern ins Wasser fallen, meist nicht aus eigener Kraft wieder das Ufer erklimmen können.
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