Login
Rinderhaltung

Kälber: Landwirt Dammann mästet nachhaltig und kontrolliert

Kaelbermast-Rinderhaltung
Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst ,
am
14.03.2018

Alle vier Wochen bekommt Markus Dammann aus dem Vechtaer Ortsteil Oythe Nachwuchs. Dann stallt er Schwarzbunte ein. Wir haben den Kälbermäster besucht.

Die ersten Kälber kamen bereits 1960 auf den Hof Dammann in Oythe im Kreis Vechta. Die Eltern des heutigen Betriebsleiters stockten schon bald auf 100 Tiere auf, hielten sie im alten Schweinestall.

Das Fleisch vermarkteten sie teilweise an das hiesige Krankenhaus. Es ist ausgesprochen zart, hellrosa und enthält wenig Fett, 100 Gramm gerade einmal 111 Kilokalorien.

Anfang der 70er Jahre entstand der erste Kälbermaststall mit 200 Plätzen in Einzelboxen auf Bongossi. 1998 folgten dann im Zuge der Betriebsübernahme die große Investition und weitere Spezialisierung. Über eine Betriebszweigaussiedlung 3 km vom Hof entfernt kamen 2.100 Plätze hinzu, auf dem Hof waren es derzeit 700 Plätze, macht 2.800.

Unterschiedliche Kälberqualitäten

Die Kälber (überwiegend Schwarzbunte aus der Region) bezieht Dammann von fünf bis sechs Händlern:

  • Sie kommen mit zwei bis drei Wochen,
  • mit einem Gewicht von 48 bis 50 kg
  • in Partien von 360 bis 380 auf den Hof.

Hier werden die unterschiedlichen Tierqualitäten für den Mäster sichtbar: „Wird ad-libitum gefüttert, sind die Kälber kräftiger“.

Kälbermüsli zur freien Aufnahme

Als erste Mahlzeit gibt es dann für die Neuankömmlinge eine Elektrolyttränke. Danach gibt es morgens und abends eine frisch angerührte Mischung bestehend aus 42,5 % Süßmolke, 30 % Buttermilchpulver, 16 % pflanzliches Fett, 10 % Ergänzer und 1,5 % Vitamine und Mineralstoffe.

Die Molke mit 30 % TS bekommt Dammann zweimal wöchentlich flüssig angeliefert. Hinzu kommt Kälbermüsli zur freien Aufnahme. Ab der dritten Woche gibt es noch Lieschkolbenschrot, Kraftfutter und Stroh zur freien Aufnahme.

Das Kälberfutter wird angepasst

In den ersten fünf Mastwochen sind die Kälber in Einzelhaltung, dann geht es mit einem Gewicht von 85 bis 90 kg in die Gruppenhaltung mit jeweils sechs Tieren. Hier erfolgt dann eine Futterumstellung auf 62 % Molke, 22 % Ergänzer und 16 % Palmkokosfett.

Die Zusammensetzung der Milch ist auf das Alter der Kälber abgestimmt. So sind Inhaltsstoffe wie pflanzliche Fette und Eiweiße, ergänzt um wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, im richtigen Maß enthalten.In Deutschland werden etwa 70 % Weißfleischkälber und 30 % Rosekälber gemästet.

Dammann hat immer schon auf Milchmast gesetzt. Früher fütterte er 350 kg Milchaustauscher, heute sind es 280 kg plus 280 kg Raufutter.

Mastplätze verdoppelt

Nach 28 Wochen auf dem Hof haben die Kälber ihr Schlachtgewicht von 150 bis 155 kg erreicht. Alle Tiere des freien Mästers (die meisten Mäster sind vertraglich gebunden) gehen zur Westfleisch, die Ausschlachtung liegt bei 53 %. Im Rahmen des Mästerkreises findet ein regelmäßiger Austausch statt.

Seit der Betriebsübernahme konnte er die Anzahl der Mastplätze auf 2.800 mehr als verdoppeln. Das Futter baut Dammann zum Teil auf den eigenen Flächen an. Auf seinen 150 ha LN stehen Mais, Winterweizen, Gerste, Triticale und 3 ha Kartoffeln. Energie gewinnt er durch Fotovoltaik sowie ein Blockheizkraftwerk.

Die vollständige Reportage zu Kälbermäster Dammann lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 11/2018. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Auch interessant