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Schweinehaltung

Kritische Kontrollpunkte der Flüssigfütterung

Flüssigfütterungen für Schweine
Jan Südhoff, LWK Niedersachen
am
17.04.2019

Flüssigfütterung für Schweine hat viele Vorteile, aber Überwachung ist wichtig. Wir nennen die acht kritischen Kontrollpunkte.

Ferkelfuetterung

Viele Untersuchungen zeigen, dass bei Schweinen die Futteraufnahme und die täglichen Zunahmen bei flüssiger Futtervorlage tendenziell höher sind.

Auf der anderen Seite sind die Managementanforderungen höher als bei den meisten Trockenfütterungen. Das betrifft gerade die Futterhygiene.

Hierbei lassen sich verschiedene „kritische Kontrollpunkte“ benennen, die die Anlagenbetreiber im Auge behalten und laufend kontrollieren sollten:

1. Futterlagerung

Durch Kondenswasserbildung haften bei Außensilos im Laufe der Zeit Futterreste gerade unter dem Silodach an. Diese können verschimmeln und sich im Laufe der Zeit lösen und ins Futter geraten. Deshalb sollten die Silos in regelmäßigen Abständen vollständig entleert, gereinigt und desinfiziert werden.

2. Anmischbehälter

Mangelnde Behälterhygiene ist häufig die Ursache für schlechte Futterhygiene, da unerwünschte Keime sich hier vermehren und in die Leitungen „hineinwachsen“ können. Man sollte sich nicht allein auf automatische Reinigungs- und Desinfektionsprogramme verlassen. Deshalb sollte ein Hochdruckreiniger in keiner Futterküche fehlen. Säuren und Alkalien sollten zudem abwechselnd vernebelt werden.

3. Wassertanks

Brauchwassertanks sollten genauso wie Anmischbehälter über automatische Reinigungsprogramme und Säurenebler verfügen. Für den Frischwassertank ist die automatische Zudosierung von Chlordioxid und/oder Säuren angeraten.

4. Waagen

Waagen sollten regelmäßig auf die korrekte Funktion überprüft werden.

5. Fremdkörperabscheider

Hygienisch bedenklich ist häufig der zwischen Pumpe und Behälter verbaute Fremdkörperabscheider. Er muss regelmäßig geöffnet und gereinigt werden. In jedem Falle sollten Futterpumpen regelmäßig gewartet werden, um gleichbleibende Förderleistungen und Dosiergenauigkeiten zu gewährleisten.

6. Futterventile

Futterventile werden in der Regel elektrisch angesteuert und pneumatisch geschaltet. Ist der Luftdruck zu niedrig eingestellt, kann das Futter durch geschlossene Ventile an die falschen Tiere dosiert werden. Generell sollte der Luftdruck für die Ventile höher eingestellt sein als der Pumpendruck. Auch defekte oder verschlissene Ventilmembranen können Ursache sein für ungenaue Futterdosierung.

7. Trogabläufe

Trogabläufe und Fallrohre sollten nach jedem Durchgang grundgereinigt werden mittels Hochdruckreiniger und Spülmaus. Die Ablaufrohre sollten möglichst kurzgehalten werden und zudem mit einem ausreichenden Gefälle versehen sein.

8. Futtertröge

Zwischen Trogende und Trennwand sollten mindestens 30-50 cm Platz gelassen werden, um ein Verkoten zu vermeiden. Die Tröge sollen zwischen den Mahlzeiten leer gefressen werden. Dann kann kein Restfutter im Trog verderben.

 

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der LAND & Forst 16/2019.

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