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Kälberaufzucht

Kühe in Elternzeit

Kaelberhaltung
Vienna Gersenkorn, LAND & Forst
am
07.09.2017

Das frühe Trennen von Kuh und Kalb sehen Verbraucher oft kritisch. Matthias und Wiebke Icken probieren auf ihrem Bio-Betrieb in Geestland-Sievern deshalb einen anderen Weg: ihre Kuhkälber trinken Vollmilch direkt an Ammenkühen.

Die Nordsee direkt vor der Tür, bietet der Betrieb Hoftouren für Feriengäste, Hofladenbesucher und Ausflügler an. „Dabei wurden wir immer mal wieder gefragt, wie lange denn die Kälber bei der Mutter bleiben“, erzählt Wiebke Icken. Dass die Kälber gleich von den Kühen getrennt werden, stieß oft auf Unverständnis. „Darum haben wir uns gedacht: Versuchen wir es doch mal anders“.

Erster Versuch ging schief

Die Kälberaufzucht an Ammenkühen konnten sie sich nirgends abgucken. „Ich habe so gut wie keine Betriebe finden können, die das schon machen“, sagt Matthias Icken. Also tüftelte er selbst ein System aus.

Ammenkuhhaltung

Im ersten Jahr, 2016, wurden versuchsweise zunächst 23 Kälber an Ammenkühen aufgezogen. Und der Versuch ging gründlich schief. Es gab einen Einbruch mit Rota und Corona-Viren sowie Kryptosporidien. Einfach aufgeben? Nein: Nachbessern lautete das Motto. Dieses Jahr haben alle Kühe während der Trockenstehzeit eine Mutterschutzimpfung bekommen, die neugeborenen Kälber wurden mit einer homöopathischen Kryptosporidien-Nosode behandelt. „Das hat sehr gut gewirkt“, sagt Icken.

 

Für 66 Kälber – zusätzlich zur weiblichen Nachzucht werden sechs Bullenkälber für die Vermarktung im Hofladen behalten – wurden 28 Ammenkühe in „Elternzeit“ geschickt. An dieses Verhältnis musste sich der Betriebsleiter rantasten. Im Gegensatz zum ersten Jahr laufen die Kälber nicht ständig bei den Kühen, sondern werden aus dem Kälberstall mit Auslauf morgens und abends zu den Kühen gelassen, die währenddessen im Fressgitter eingefangen sind.

„Die Kälber stehen dann Schlange und wir sehen sofort, ob alle munter sind und trinken“, erklärt Icken. Man könne gut beobachten, wann die Kälber satt sind und von alleine zurück in den Kälberbereich gehen. Drei Monate lang saugen sie bei den Kühen.

Die komplette Reportage lesen Sie in der LAND & Forst 36/17 ab Seite 16.

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