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Kupierverzicht

Kupierverzicht bei Schweinen: Niedersachsen setzt Aktionsplan um

Schwein von hinten mit Ringelschwanz
Portrait von Anne-Maria Revermann
Anne-Maria Revermann, LAND & Forst
am
28.06.2019

Aktionsplan zum Kupierverzicht bei Schweinen ist ab dem 1.7.2019 in Niedersachsen schrittweise umzusetzen, teilt das niedersächsiche Landwirtschaftsministerium mit.

Niedersachsen setzt per Erlass einen nationalen Aktionsplan um, der besagt, dass Ringelschwänze von Schweinen nur noch in nachgewiesen unerlässlichen Ausnahmefällen kupiert werden dürfen.

Der Aktionsplan ist von Betrieben am dem 1. Juli 2019 verpflichtend umzusetzen. Durch optimierte Haltungsbedingungen und das Betriebsmanagement soll es Betrieben gelingen, zunächst bei einem Teil des Schweinebestandes (Kontrollgruppe) auf das Kupieren zu verzichten.

Das beinhaltet der Aktionsplan zum Kupierverzicht bei Schweinen im Detail

Der Aktionsplan sieht zwei Varianten für schweinehaltende Betriebe vor:

  1. Betriebe, die bei kupierten Schweinen keine Probleme mit Schwanzbeißen haben, starten mit einer kleineren Gruppe unkupierter Tiere. Wenn Verletzungen auftreten, sind sie gehalten, geeignete Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Gelingt die Haltung in dieser Kontrollgruppe, wird die Anzahl unkupierter Schweine Schritt für Schritt erhöht.
  2. Schweinehalter, die aufgrund von nachgewiesenen Verletzungen an den Schwänzen oder Ohren der Schweine vorerst nicht mit einer Kontrollgruppe in den Kupierverzicht einsteigen können, müssen die Unerlässlichkeit für den Eingriff durch eine Tierhalter-Erklärung nachweisen. Diese dient beispielsweise zur Vorlage bei der zuständigen Behörde.

Zusätzlich ist mindestens jährlich eine betriebsindividuelle Risikoanalyse in Bezug auf das Schwanzbeißen durchzuführen. Dabei sind mindestens die Bereiche Beschäftigung, Stallklima, Gesundheit, Wettbewerb um Ressourcen, Ernährung sowie Strukturierung und Sauberkeit der Buchten zu berücksichtigen. Für die hier ermittelten Schwachstellen sind geeignete Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten und nachzuweisen. Auftretende Verletzungen sind systematisch, mindestens halbjährlich zu erfassen.

Otte-Kinast: Betriebe auf rechtssicheren Boden stellen

Der Aktionsplan wurde bereits Ende 2017 von den Agrarministern beschlossen und an die Europäische Kommission übermittelt. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast betont: „Die gesellschaftliche Akzeptanz der Nutztierhaltung kann nur erhöht und gesichert werden, wenn die Branche sich dafür einsetzt, zukünftig auf nicht-kurative Eingriffe zu verzichten. Der entwickelte Aktionsplan bietet die Chance, betriebsspezifische Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben. Ziel ist es auch, die Betriebe auf rechtssicheren Boden zu stellen - und nicht zuletzt ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland abzuwenden."

Niedersachsen hat sich in den vergangenen Jahren dafür stark gemacht, Schweinehalter beim Verzicht auf das Kupieren zu unterstützen. Dafür wurde etwa die Ringelschwanzprämie eingerichtet und der Aufbau eines Expertennetzwerks für Tierschutz und -gesundheit gefördert.

Mehr zum Vorgehen einzelner Landkreise in Sachen "Aktionsplan Kupierverzicht" lesen Sie hier...

 

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