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Landwirtschaft im Nebenerwerb: Straussige Zeiten in der Heide

Strauss-Niedersachsen
am Donnerstag, 26.09.2019 - 08:50

David und Benjamin Kröger haben den elterlichen Betrieb im niedersächsischen Schönewörde neu aufgestellt: Sie halten Strauße.

Vor 15 Jahre hatten sie die Geschäftsidee für die Neuausrichtung des elterlichen Betriebs. David und Benjamin Kröger aus dem niedersächsischen Schönewörde, Landkreis Gifhorn, erinnern sich noch genau. Das war in einem Steakhaus in der Region. Dort gab es Straußenfleisch als Spezialität. Das war etwas Besonderes, schmeckte sehr lecker – und brachte bei Familie Kröger einen Stein ins Rollen.

Vorläufig letzter, damals völlig ungeahnter Meilenstein dabei ist der Bau einer eigenen Hofschlachterei auf dem Hof der FamilieDie Fertigstellung ist für Frühjahr/Sommer 2020 geplant, die Investitionssumme liegt bei rund 200.000 €.

Viele Auflagen für die Straußenhaltung

Dabei verlief der erste Vorstoß in Sachen Straußenhaltung eher enttäuschend. Von behördlicher Seite gab so viele Auflagen für die Haltung der exotischen Tiere. So schreckten David und Benjamin Kröger und ihr Vater Karl-Heinz zunächst vor einer Umsetzung zurückschreckten.

Doch das Thema Strauß ließ sie nicht los. Nach vielen Gesprächen mit dem Landkreis, speziell auch mit dem Veterinäramt des Landkreises Gifhorn, wagten Krögers vor vier Jahren dann doch den Sprung in die Straußenhaltung. 

Die Mindesthaltungsanforderungen seien in den vergangenen Jahren auf ein vernünftiges und tiergerechtes Maß angepasst worden, so Benjamin.

Schlachtung schwierig zu organisieren

Zu Beginn waren es acht Küken, die gekauft und erfolgreich aufzogen wurden:

  • Die Vögel stammen ursprünglich aus Afrika.
  • Sie sind in etwa 2,80 m groß und bis zu 160 kg schwer.
  • Ihre Schlachtreife erreichen sie nach etwa eineinhalb Jahren bei etwa 100-120 kg
  • Die Tiere werden das ganze Jahr über draußen gehalten, sie können aber zu jeder Zeit einen 200 m² großen Stall aufsuchen. 

Die ersten Strauße waren im November 2017 schlachtreif. Als schwierig zu organisieren erwies sich zunächst die Schlachtung der Tiere. Die schlachtreifen Strauße werden bis heute zu einem Straußenhof ins etwa 100 km entfernte Winsen/Luhe gebracht, der über ein eigenes Schlachthaus verfügt.

Geschlachtet werden dort inzwischen alle vier bis sechs Wochen ein bis zwei Tiere.

Straußenzahl nach und nach aufgestockt

David Kröger mit Straussenkücken

Da das Fleisch der ersten Strauße sich gut verkaufte, haben Krögers die Anzahl der Tiere nach und nach aufgestockt auf aktuell 35 Schlachttiere. Am Hof befinden sich zusätzlich ca. 30 Küken, die vor einigen Wochen geliefert wurden. Sie bleiben bis zur 12 Lebenswoche im Auslauf direkt am Hof mit einem Stall für die Nacht. Anschließend wechseln sie in das am Ortsrand von Schönewörde liegende Freigehege.

Am Hof wurde ein kleiner Verkaufsraum eingerichtet, der samstagvormittags geöffnet ist. Direkt nach einer Schlachtung wird Frischfleisch verkauft. Das übrige Fleisch wird tiefgefroren verkauft. Es ist sehr mager, neben Teilstücken wie Steaks oder Filet gibt es Bratwurst, Griller oder auch Wiener Würstchen. Zudem werden einige Wurstsorten hergestellt – alles nur zu 100 % aus Straußenfleisch.

Gute Werbung bei Direktvermarktung unverzichtbar

Intensiv betrieben haben Krögers von Anfang an Werbung für ihre Produkte. Auf ihrer professionell erstellten Webseite gibt es Infos zu den Tieren, zum Betrieb etc. und auch bei Facebook ist vor allem Benjamin Kröger aktiv.

Außerdem waren/sind sie inzwischen bei verschiedenen regionalen Veranstaltungen mit einem Stand dabei, um sich bekannter zu machen. „Den Zeitaufwand hierfür darf man nicht unterschätzen, aber gute Werbung ist bei einer Direktvermarktung unverzichtbar,“ sagt Benjamin Kröger.

EU-Fördermittel: Eigene Hofschlachterei

Bei ihnen lief es so gut, dass sie sich getraut haben, mit der Straußenhaltung einen richtig großen Schritt nach vorne zu machen. Im kommenden Frühjahr wird die eigene Hofschlachterei fertig sein. Möglich geworden ist der Bau, weil es gefördert wird. Im Landkreis Gifhorn gibt es EU-Fördermittel zur Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. Zum anderen hat auch der Landkreis das Projekt gefördert.

Benjamin und David Kröger planen, über die eigene Hofschlachterei demnächst auch das Fleisch ihrer Galloway-Rinder und ihres anderen Geflügels, die zusätzlich auf dem Nebenerwerbsbetrieb gehalten werden, auch hier zu schlachten.

Unter www.straussig.de oder bei Facebook unter straussig finden sie weitere Infos zum Betrieb der Kröger´s und zur Straußenhaltung aus der Südheide.

Mehr zu Familie Kröger lesen Sie in der LAND & Forst 39/19.

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