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Schafe & Ziegen

Lecker: Ziegenglück und Ziegenzauber

von , am
29.04.2014

Maria Michelbrand und ihr Sohn Christian betreiben mit viel Idealismus seit nunmehr acht Jahren in Bonrechtern, Kreis Vechta, einen Ziegenhof mit Hofkäserei und inzwischen 73 Tieren.

Zum Bestand von Michelbrand gehören derzeit 73 Milchziegen. © Ahlers
 
Mit sieben Ziegen fing 2006 alles an. Anfangs musste Michelbrand sich in die Ziegenkäseherstellung langsam einarbeiten, um den Kunden einen cremigen Ziegenfrischkäse anzubieten. Der Familienbetrieb stellt  fünf Tonnen Ziegenkäse pro Jahr her. Zu der Palette gehören Weich- und Frischkäse, Brotaufstriche und gelegentlich Ziegenfleisch.

Fünf Sorten Frischkäse

Jeden zweiten Tag stellt Maria Michelbrand Käse her; gut 350 Liter Ziegenmilch werden dabei verarbeitet. Es gibt fünf verschiedene Sorten Frischkäse (Ziegenzauber), die alle als Bällchen in Öl vermarktet werden. Hinzu kommt Frischkäse als Brotaufstrich in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Aus Weichkäse (Ziegenglück) werden Taler in drei verschiedenen Sorten hergestellt und auch in Öl eingelegt.  

Die kleineren Käse müssen erst lagern und abtrocknen, bevor sie eingeschweißt werden. Die großen Weichkäse sind 1,5 kg schwer.

Der Käse wird in der Region und direkt vom Hof verkauft. Ein Spezialitätenhändler als größter Kunde bekommt wöchentlich 40 bis 50 kg Käse und fertigt daraus erlesene Produkte im Hochpreissegment. Der meiste Käse wird im Frühjahr hergestellt. Was nicht sofort als Frischkäse verkauft wird, lässt sich sehr gut einfrieren.

Heute gibt es (und damit sind die Altgebäude gut ausgefüllt) 73 Milchziegen der Rassen weiße und braune deutsche Edelziegen. Sohn Christian arbeitet hauptberuflich in der Nacht beim Blumengroßhandel und unterstützt in seiner Freizeit seine Mutter bei der Arbeit.

Die Lammzeit liegt in den Monaten Februar und März und verläuft im Gegensatz zu Schafen in der Regel problemlos; selten ist Milchelbrand im Stall dabei und hilft bei der Geburt.  Im Schnitt werden 2,3 Lämmer (fast alle tagsüber) pro Ziege geboren. Die Lämmer bekommen zuerst zwei Tage Kolostralmilch zur freien Aufnahme, danach werden sie auf Kuhmilch umgestellt. Die Menge liegt zunächst bei 0,5 l täglich und steigt bis zu einem Alter von zehn Wochen auf 2 l pro Tag an. Um den Bedarf decken zu können, werden auf dem Hof mehrere Kühe gehalten. Sind die Lämmer eine Woche alt, beginnt die Zufütterung mit Heu zunächst als alleiniges Grundfutter, später kommt Kraftfutter dazu.
Ab März geht es für die Tiere in der Regel raus auf die Weide. Im Sommerhalbjahr gibt es neben dem Weidegras für die Ziegen zusätzlich Maissilage und Futtermöhren, im Winter bei kompletter Stallhaltung kommen noch einmal Grassilage und Heu dazu. Ganzjährig gibt es 1 kg Kraftfutter pro Tier und Mineralfutter aus dem Sack und über Lecksteine.

Salami und Cabanossi


40 weibliche Lämmer werden für die Eigenremontierung behalten, 20 männliche Ziegen als Schlachttiere in der näheren Umgebung abgesetzt. 120 überschüssige männliche Lämmer, ein bis zwei Wochen alt, wurden in den vergangenen Jahren immer für 9 € pro Tier zu einem großen Mäster mit 4.000 Lämmern im Stall nach Frankreich verkauft.

Die Ziegen werden im Alter von neun Monaten belegt und tragen dann fünf Monate. Christian Michelbrand kauft jedes Jahr zwei Böcke zu; besonders wichtig bei der Auswahl der Vatertiere ist ihm dabei eine hohe Milchleistung. Das durchschnittliche Lebensalter der Tiere liegt bei vier bis fünf Jahren. Die Altziegen werden bei einem Schlachter im Ort geschlachtet und verwurstet; Salami und Cabanossi sind die Hauptprodukte, die auf kleineren Märkten in der Region bis Weihnachten verkauft werden.

Zweimal täglich wird gemolken, um 5 und 16 Uhr, das dauert dann jeweils anderthalb Stunden.  
Jede Ziege gibt zehn Monate im Jahr (Trockenstehzeit von Mitte Dezember bis Mitte Februar) jeweils drei Liter Milch pro Tag.
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