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Lüneburger Heide: Wolfsangriffe mit neuer Dimension

Wolf-Niedersachsen-Landesregierung
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Katja Schukies, LAND & Forst
am
17.09.2018

Immer wieder sorgen Nutztierrisse unter den niedersächsischen Weidetierhaltern für Aufregung. Ein Vorfall aus der vergangenen Woche beunruhigt die Schafhalter der Lüneburger Heide besonders.

Am vergangenen Freitag tötete ein Wolf am Vormittag im Kiehnmoor in der Lüneburger Heide eine ausgewachsene Heidschnucke während des Hütebetriebs - obwohl der Schäfer mitsamt seiner drei angeleinten Hütehunde in der Nähe war. Der bemerkte den Angriff, als ihm einige Schafe aufgeregt entgegenliefen.

Wolf tötet Heidschnucke durch Kehlbiss

Erst als er sich dem Wolf laut rufend bis auf rund 30 Meter näherte, ließ der von seiner Beute ab.

Der Wolf habe wahrscheinlich im Gras gelauert, bis sich ein paar Tiere näherten. Dann habe er ein Tier durch einen Kehlbiss getötet, erklärte der erschütterte Schäfer Hans Stolz gegenüber LAND & Forst-Mitarbeiterin Anne Friesenborg.

Wölfe überwinden Schutzzaun

Bissspuren an Heidschnucke

Dabei ist sein Chef, Schafhalter Hinnerk Tewes, Kummer gewohnt. Im vergangenen Jahr brachen Wölfe dreimal in den Nachtpferch des Schafhalters ein und rissen Heidschnucken. Die Raubtiere überwanden dabei sogar einen Schutzzaun von 1,20 m Höhe, der zusätzlich mit einem höher angebrachten Flatterband gesichert war.

Vor einigen Wochen positionierte sich während des Hütebetriebs ein ausgewachsener Wolf zwischen dem Schäfer und seiner Herde, ließ sich aber von dessen lauten Rufen vertreiben.

Wolfsangriff am helllichten Tag

Wolfsberater Volkhard Pohlmann wurde zu dem Riss im Kiehnmoor gerufen, um ihn zu dokumentieren und eine DNA-Probe an das niedersächsische Wolfsbüro zu schicken. "Die Bissspuren unterstützen den Bericht des Schäfers und weisen auf einen Wolf hin", sagt Pohlmann. Er habe zuvor noch nie von einem Wolfsangriff am helllichten Tag auf eine Herde im Hütebetrieb gehört.

Schafzüchter appellieren an Bundesumweltministerin

Bereits einen Tag vor dem Angriff hatte die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) an Bundesumweltministerin Svenja Schulze appelliert, den Antrag der Schweiz auf eine Umstufung des Wolfes im Rahmen der Berner Konvention von Anhang II "streng geschützt" in Anhang III "geschützt" zu unterstützen.

Vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), dem das Wolfsbüro angegliedert ist, gab es bis zum Redaktionsschluss der Ausgabe keine Stellungnahme.

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