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Geflügel

Maissilage vollautomatisch füttern

von , am
29.10.2014

Eine Möglichkeit, die Gefahr von Federpicken zu vermindern, kann die vollautomatisierte Rauhfuttergabe sein. Lesen Sie hier Erfahrungen zu dem System.

Die Hühner versammeln sich zügig im Wintergarten wenn die Silage verteilt wird. © Jarzmik

Eine findige Idee kommt aus der Bio-Legehennenhaltung in Dänemark: Dort wurde ein automatisches Verfahren zur vorgeschriebenen Raufuttergabe bei Bio-Legehennen entwickelt. An Schienen geführte Einstreu-Automaten aus der Kälbermast wurden verstärkt und fahren jetzt in den Wintergärten der Legeställe hin und her.

Die Vorgehensweise ist simpel, der Effekt enorm: Der Automat startet und streut einen Streifen mit Maissilage auf den Boden. Sofort laufen die Hennen zügig in den Wintergarten. Als erstes picken sie sich die hochverdaulichen Korn- und Spindelstücke heraus.

Aufwand überschaubar

Die Erfahrungen der Landwirte mit der Raufuttergabe sind durchweg positiv. „Die Hennen lieben das“ so ein Landwirt, „die Hühner sind ruhiger, zudem wird durch die Silagefütterung das Federpicken deutlich vermindert“. Bei schlechtem Wetter, wenn kein Auslauf möglich ist, fährt der Automat manchmal auch zweimal pro Tag. Im übrigen Blatt-Häcksel picken und scharren die Tiere noch eine Weile fleißig herum - nach etwa einer halben Stunde ist ihr Interesse erlahmt. Die verbleibenden, angesäuerten Maishäcksel trocknen im Wintergarten ein und tragen zur Einstreu bei, Schimmel tritt auf Grund des Säuregehaltes nicht auf.

Morgens bei der Stallroutine wird der Annahmetrichter mit dem Hoflader befüllt. Alles Weitere kann der Landwirt direkt am Automaten programmieren. Aus dem Annahmetrichter rieselt die Maissilage von oben ein und der Verteiler fährt, an einer Deckenschiene geführt, los. Er verteilt 100 kg frische Maissilage pro 1.000 Hennen und Tag gleichmäßig im Wintergarten.

Gefüttert wird in der Regel am Nachmittag gegen 14 und 16 Uhr. Dann befinden sich die meisten der Tiere im Auslauf. Einige Landwirte überlegen sogar das Verfahren zu erweitern. Für Hennen, die sich hauptsächlich im Stall aufhalten, soll der Automat zusätzlich zwischen den Volieren fahren und Silage verteilen. „Durch die Beschäftigung bleibt das Federkleid der gesamten Herde bis zum Ende der Legeperiode erhalten“, berichtetet ein Landwirt mit 12.000 Legehennen zufrieden. Und das muss es auch, denn in Dänemark dürfen sowohl ökologisch als auch konventionell gehaltene Althennen nur verkauft werden, wenn das Federkleid noch vorhanden ist.    
 
Weitere Vorteile einer Raufuttergabe und ob sich das System auch ökonomisch rechnet, lesen Sie in der LAND & Forst Nr. 44.
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