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Gänsemanagement

Managementpläne für Nonnengänse geplant

Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium
am
08.02.2016

Niedersachsen wird Maßnahmen zum Management der Nonnengans-Populationen für den gesamten Küstenbereich erarbeiten. Damit soll ein Ausgleich zwischen den Interessen von Landwirten und dem Naturschutz ermöglicht werden.

Zu einem Fachgespräch über Möglichkeiten für ein Gänsemanagement in der Region Weser-Ems trafen sich vergangene Woche in Brüssel Vertreter der Landwirtschaft und der Europäischen Kommission. Eingeladen hatte die Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz Almut Kottwitz. Das Ziel war es, Maßnahmen zu erörtern, die sowohl der Landwirtschaft helfen, als auch im Einklang mit den Brüsseler Naturschutzrichtlinien stehen.

Grau- und Nonnengänse bereiten Landwirtschaft Probleme

An der Beratung nahmen die Vorsitzenden der Landvolkverbände Friesland und Wesermarsch sowie des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland teil. Die Besuchergruppe erläuterte die aktuelle Situation und die Probleme der Landwirtschaft mit den Grau- und Nonnengänsen im niedersächsischen Küstengebiet.

Die Gäste berichteten von einer steigenden Zahl von Nonnengänsen und einer längeren Verweildauer, die auch zu Einschränkungen bei der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen führen.

Für guten Erhaltungszustand Population begrenzen

Vereinbart wurde, dass für die unter Naturschutz stehenden Nonnengänse Managementpläne mit Maßnahmen erstellt werden, die auf einen guten Erhaltungszustand der Art hinzielen. Dazu können auch Maßnahmen zur Begrenzung der Population, entsprechend Artikel 9 der Vogelschutzrichtlinie, gehören.

Laut Vogelschutzrichtlinie kann auch in ausgewiesenen Schutz­gebieten im Einzelfall die Begrenzung der Bestände veranlasst werden, wenn beispielsweise eine landwirtschaftliche Produktion durch die Schäden quasi nicht mehr möglich ist. Auch im Hinblick auf internationale Abkommen werden für die Grau- und Nonnengänse entsprechende Managementpläne gefordert.

Managementpläne für Nonnengänse zwingend vorgesehen

Gleichzeitig wird sich Niedersachsen dafür einsetzen, dass sich die deutschen Küstenländer verstärkt an der Umsetzung des internationalen Abkommens zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (AEWA) beteiligen. Darin sind für die Nonnengänse Managementpläne zwingend vorgesehen.

Tragfähige Produktion der Landwirtschaft wichtig

Zusammenfassend stellte Umweltstaatssekretärin Kottwitz fest: „Niedersachsen wird für den gesamten Küstenbereich einen Managementplan erarbeiten, der den guten Erhaltungs­zustand der betroffenen Arten auf Dauer sichert und in dem auch die Möglichkeiten zur nachhaltigen Kontrolle der Population der Nonnengänse geprüft werden. So kann in dem Gebiet eine für die Landwirtschaft tragfähige Produktion weiter ermöglicht werden."

Da sowohl in den Niederlanden als auch in Dänemark ähnliche Probleme bestehen, soll dieser Plan in der Trilateralen Wattenmeerkonferenz abgestimmt werden.

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