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Rind

Masterrind legte 2013 erneut zu

von , am
25.03.2014

Masterrind hat das abgeschlossene Geschäftsjahr mit einen deutlichen Umsatzplus abschließen können. "Nebenbei" entwickelte sich das Unternehmen auch strategisch weiter: Mit dem Eintritt der Weser-Ems Union.

Die Familien Hanne (links) und Sustrath aus Vardegötzen (Landkreis Hannover) wurden mit dem Heinrich-Engelke-Preis für herausragende Leistungen in der Rinderzucht ausgezeichnet. © Ahlers
Anlässlich der Vertreterversammlung in Verden stellten die Geschäftsführer das Ergebnis vor. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es mit 125,1 Mio. € einen  Umsatzrekord. Während von der Umsatzsteigerung auf dem Handel mit Rindersamen einschließlich des Besamungsservice 2,3 Mio. € entfielen, legte die Tiervermarktung um 3,2 Mio. € zu. Dienstleistungen im Bereich Fruchtbarkeitsservice sowie Vertrieb von Agrarartikeln waren neben dem Spermaexport Wachstumsbereiche.

Genomische Selektion ist auf dem Vormarsch

Die Mitgliedsbetriebe haben 3,5 % mehr Herdbuchkühe gehalten, insgesamt 447.000. Mit dem Beitritt der WEU erhöht sich diese Zahl noch einmal um 147.000 Kühe auf knapp 600.000. Die Population an Fleischrindern setzt sich aus 23 verschiedenen Rassen zusammen. In Niedersachsen sind die wichtigsten Rassen Limousin, Charolais und Angus.

Die genomische Selektion bestimmt zunehmend die Maßnahmen im Zuchtprogramm. Im vergangenen Jahr wurden 84 Bullen für den Besamungseinsatz zugekauft. Mit dem neuen Selektionsverfahren kann effizienter gearbeitet werden, so dass die Qualität der Bullen deutlich gestiegen ist. Die angekauften Jungbullen hatten einen durchschnittlichen Gesamtzuchtwert (RZG) von 148, Tendenz steigend.

Besonders nachhaltig haben sich die gestiegene Produktion und damit auch der Einsatz von Frischsperma ausgewirkt. Wiederum konnten mehr als  250.000 Portionen Rindersamen über diese Schiene abgesetzt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Gesamtumsatz in diesem Bereich unter Berücksichtigung der auch vertriebenen Agrarprodukte um 7,0 % auf 38,8 Mio. €. Bei den weiteren Dienstleistungen stieg die Nachfrage nach Service für Trächtigkeitsuntersuchungen, Servicevereinbarungen im Fruchtbarkeitsmanagement und Ultraschall. Auch die Zahl der von den Mitarbeitern durchgeführten Besamungen stieg um 2,7 %.

Nachdem im vorletzten Geschäftsjahr der Spermaexport deutlich zulegen konnte, wurde der Umfang im abgelaufenen Jahr lediglich stabilisiert. Zahlreiche Restriktionen aufgrund des Schmallenberg-Virus erlaubten die Belieferung zahlreicher ausländischer Märkte nicht. Dennoch konnten mehr als 1. Mio. Portionen Rindersamen auf den internationalen Märkten abgesetzt werden.

Die Tiervermarktung hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder zulegen können. Die Stückzahl stieg um 5.400 Tiere oder 6,7 % auf 86.000 Rinder an. Die Verkaufserlöse erhöhten sich im gleichen Zeitraum  2,7 % auf 80,90 Mio. €.

Die Preise für Zuchtrinder gestalteten sich aufgrund der hohen Inlandsnachfrage im gesamten Jahresverlauf sehr stabil. In der Nutz- und Schlachttiervermarktung musste ein gegenteiliger Trend mit leicht rückläufigen Preisen realisiert werden. Insbesondere der Absatz der Mastkälber gestaltete sich mit extrem niedrigen Preisen schwierig.

Die Außenmärkte haben den gesamten Rindermarkt stabilisiert. Allerdings wirken Finanzkrise, Handelshemmnisse sowie Wetterextreme nach wie vor bremsend auf den Umfang der Absatzzahlen, die wiederum mit einem leichten Rückgang von 2,4% auf 18.309 Exportrindern behaftet waren. Innerhalb Europas waren die britischen sowie die italienischen Milchproduzenten wiederum die stärksten Käufer. Im Drittlandsbereich setzt Nordafrika weiterhin die Maßstäbe, Marokko und Algerien sind hier die verlässlichsten Nachfrager.  

Ganz anders stellte sich die Situation im Binnenmarkt dar. Durch den Strukturwandel stocken innerhalb Deutschlands viele Betriebe auf. Die dafür benötigten abgekalbten Jungkühe oder Färsen konnten vielfach nicht beschafft werden, da das Angebot zu gering war. Somit lagen die Durchschnittspreise auf den Auktionen vielfach oberhalb von 1.800 Euro.

Die Verkaufserlöse in der Nutz- und Schlachtviehsparte wurden um mehr als 10 % gesteigert. Dabei bewegten sich die Schlachterlöse auf sehr hohem Niveau. Der Fleischrinderbereich stabilisierte den Vermarktungsumfang.

Züchterpreis geht an Hanne und Sustrath

Der Zuchtbetrieb Hanne-Sustrath aus Vardegötzen (Landkreis Hannover) wurde mit dem Heinrich-Engelke-Preis für herausragende Leistungen in der Rinderzucht ausgezeichnet. In einem Ranking aller rund 4.200 milcherzeugenden Mitgliedsbetriebe erreichte dieser Familienbetrieb die vorderste Platzierung. Einbezogen wurden neben den Reproduktionsleistungen der Herde auch Vermarktungs- und Schauerfolge des Betriebes sowie die Lieferung von Bullen für das Zuchtprogramm.
Heute produziert die durchschnittliche Kuh auf dem Betrieb 11.327 kg Milch mit 3.77 % Fett und 3,43 % Eiweiß.

Die Lebensleistung der gemerzten Kühe liegt aktuell bei über 44.000 kg. Die Produktion pro Lebenstag von der Geburt bis zum Ausscheiden beträgt 19,1 kg Milch. Jährlich werden zwischen 40 und 60 weibliche und 30 männliche Zuchtrinder zum Verkauf über die Auktionen oder direkt ab Stall angeboten.
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