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Milchforum

Milchviehbetriebe brauchen individuelle Strategie

Milchvieh am Futtertisch
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
12.12.2016

Produktionsstrategien von Milchviehbetrieben sollten möglichst genau auf den Hof abgestimmt sein. Das war ein Ergebnis des Milchforums in Harsefeld, Landkreis Stade.

Einig waren sich die Experten und Teilnehmer des LWK-Milchforums in der vergangenen Woche darüber, dass die Produktionsstrategien möglichst genau auf den Hof abgestimmt sein müssen. Nur so könne man in schlechten Zeiten bestehen und in guten Rücklagen bilden. „Jeder Milchviehbetrieb muss je nach Marktlage seine betriebsindividuelle Strategie entwickeln“, empfahl Dr. Stefan Weber von der LMS Agrarberatung GmbH in Rostock.

Der Experte sieht gerade bei der Jungviehaufzucht auf vielen Höfen noch Handlungsbedarf. Die Aufzucht sei oft sehr kostspielig: Mindestens zwei Jahre lang müsse der teure Produktionsprozess vorfinanziert werden, bevor der Kapitalrückfluss einsetze. Deswegen müsse jeder Betriebsleiter überlegen, welches System der Reproduktion am besten zum eigenen Betrieb passe.

Milch zu anständigen Preisen verkaufen

Kammerpräsident Gerhard Schwetje erinnerte mit Blick auf das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2015/16 daran, dass die Milchviehbetriebe mit einem Gewinn von weniger als 31.000 Euro erneut das Schlusslicht unter den Betriebsformen gebildet hätten.

Nach einem Tief von 20 Cent/kg steige der Milchpreis nun aber endlich wieder an. Da die Erzeuger 365 Tage im Jahr arbeiteten „verdienen sie es, dass Milch zu anständigen Preisen verkauft wird - und nicht viel billiger als so manches Mineralwasser“, betonte Schwetje bei dem Forum in Harsefeld im Kreis Stade .

Milchleistung wird künftig noch deutlicher zunehmen

Experte Dr. Stefan Rensing vom Rechenzentrum Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung in Verden geht davon aus, dass die Kuh der Zukunft dank ihrer genetischen Veranlagung mehr und länger Milch geben wird. „Die Lebensleistung wird künftig noch deutlicher zunehmen und im neuen Jahrzehnt die Marke von 30.000 kg Milch erreichen, auch weil künftig ein deutlicherer, positiver Trend bei der Nutzungsdauer zu erwarten ist“, erläuterte Rensing. Aktuell liegt die Lebensleistung von Milchkühen ihm zufolge bei etwa 27.000 kg.

Das Milcherzeugerforum in Harsefeld war das letzte von insgesamt zehn, die die Landwirtschaftskammer Niedersachsen anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens in diesem Jahr durchgeführt hat.

Mit Material von AgE
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