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Milcherzeugerforum

Milchviehhaltung: Liegeboxen mit Sand einstreuen

Milchvieh-Laufstall-Liegebox
Milchvieh im Boxenlaufstall © Jan-Gerd Ahlers
von , am
04.12.2017

Familie Garrelts aus Filsum (Kreis Leer) streut die Liegeboxen der Milchkühe mit Sand ein. Details zum Management gab es beim Milcherzeugerforum in Harsefeld.

Auf dem Milchviehbetrieb Garrelts in Filsum im Landkreis Leer gibt es ein besonderes Liegeboxenmanagement: Die Familie streut die Boxen mit Sand ein. Auf dem Milcherzeugerforum in Harsefeld berichteten die Milchlandpreisgewinner 2016 jetzt von ihren guten Erfahrungen damit: 

  • Der Verbrauch liegt bei 3 cbm Kuh/Jahr. 1 cbm kostet 3,50 Euro frei Hof.
  • Sand ist immer verfügbar, wird draußen gelagert ohne Abdeckung.
  • Sand schafft einen hohen Liegekomfort, ist gut für die Eutergesundheit, weil er anorganisch ist und Keimen den Nährboden entzieht.
  • Für die Trennung von Sand und Gülle ist ein Absetzbecken erforderlich, das zweimal im Jahr ausgebaggert wird. Die Sandreste werden per Miststreuer auf dem Feld verteilt.
  • Das Einstreuen ist einfach und ergibt ein hygienisches Liegebett für die Kühe.
  • Kalk ist nicht notwendig.
  • Die Boxenpflege ist einfach.

Laufflächen sind Profigewerk

    Saubere Lauf- und Liegeflächen sind Voraussetzung für gesunde Klauen. Das betonte Dr. Hans-Joachim Herrmann vom Landesbetrieb Landwirtschaft in Hessen. Er betonte weiterhin:

    • Der Laufflächenbau ist dabei ein Gewerk für Profis, Eigenleistung macht sich in der Regel nicht bezahlt.
    • Weiche Laufflächen haben Potenzial, sind aber auch kein Problemlöser.
    • Erhöhte Fressplätze werden häufig unterschätzt.
    • Die Akzeptanz von Liegeboxen hängt von der Einstellung des Nackenrohrs, der Bugschwelle und weiterer Steuerungseinrichtungen.

    Milchviehfütterung: Sinnvoll ist der Einsatz von Harnstoff

      Um Rationen zur N- und P-reduzierten Milchviehfütterung ging es bei Dr. Martin Pries von der LWK Westfalen-Lippe. Folgendes ist zu beachten:

      • Eine Versorgung streng am Bedarf, reduziert die N- und P-Ausscheidungen um etwa 10 %.
      • Der P-Gehalt im MLF ist auf 4,5 g/kg einzustellen.
      • Sinnvoll ist der Einsatz von Harnstoff und geschützten Proteinträgern.
      • Ein Nachweis einer N- und P-reduzierten Fütterung über den Harnstoffbericht und P-Gehalte im Kraftfutter ist möglich.

      Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 49/17. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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