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Milchvieh

Neue Horizonte in der Mastitistherapie

Dr. Heike Engels
am
18.08.2016

Jeder Milchviehhalter muss sich auch mit Mastitis auseinandersetzen. In der LAND & Forst 33/16 lesen Sie mehr über die neuesten Erkenntnisse zur Mastitistherapie.

Während einer Fortbildungsreihe tauschten sich Wissenschaftler und Tierärzte über die neuesten Erkenntnisse zur Mastitistherapie bei Milchkühen aus. Mastitis spielt in Milchviehbetrieben eine große Rolle.

Prof. Dr. Volker Krömker, Bioverfahrenstechnik, Hochschule Hannover, stellte in seinem Vortrag im Rahmen einer Fortbildungsreihe für Tierärzte von Boehringer Ingelheim heraus, dass rund 35 % der Kühe an 1,3 Mastitiden pro Jahr erkranken. Etwa 43 % der Mastitiden seien Wiederholungsfälle (Rezidive). „Die Bedeutung der Rezidivfälle steigt – besonders in guten Betrieben, die die Neuinfektionsrate im Griff haben.“

Folgeinfektionen verhindern

Es ist also eine wichtige Frage, ob man mit einer geeigneten Therapie des ersten Mastitisfalls in der Laktation die Anfälligkeit des betroffenen Euterviertels für Folgeinfektionen verhindern kann“, so Krömker. Um dieser Frage nachzugehen, führte er eine Studie in fünf norddeutschen Milchviehbetrieben mit der Rasse Deutsche Holstein durch. Ausschließlich Tiere mit einer erstmaligen klinischen Mastitis in der Laktation wurden einbezogen.

Die Tiere der Versuchsgruppe erhielten einmal täglich einen antibiotischen Euterinjektor pro Viertel über fünf Tage, zusätzlich einmal täglich intramuskulär Penicillin über drei Tage, sowie einmalig am ersten Tag einen lang wirksamen Entzündungshemmer. Die Kontrollgruppe erhielt im Abstand von zwölf Stunden einen anderen antibiotischen Euterinjektor pro Viertel über zwei Tage (4 Injektoren je Viertel).

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass eine aufwändige Behandlung erster Fälle in der Laktation sinnvoll ist. Wir vermuten, dass durch die aufwändige Therapie der Gewebsschaden begrenzt wurde, wahrscheinlich durch die Wirkung des NSAIDs Entzündungshemmer). Wir müssen diese Mechanismen noch weiter untersuchen“, so Krömker. Zukünftig werde die Mastitistherapie differenzierter, die Diagnostik immer wichtiger sein, denn der Antibiotikaverbrauch müsse weiter sinken.

Bei Mastitis Infektionsmuster unterscheiden

Bislang wurden Mastitiserreger immer in „umweltassoziiert“ und „kuhassoziiert“ unterteilt, erklärte Prof. Dr. Ynte Schukken vom GD Animal Health, Niederlande: „Oftmals gibt es aber Mischinfektionen: Zuerst infiziert sich die Kuh mit umweltassoziierten Erregern, danach folgt dann eine Verbreitung desselben Erregers von Tier zu Tier.“

Unterschieden werden sollte daher nicht unbedingt zwischen umwelt- und kuhassoziierten Erregern, sondern zwischen Infektionsmustern, also der Verbreitung. Die können typisch für einen bestimmten Erreger sein.

Infektionsdauer reduzieren

Bei einer umweltassoziierten Mastitis mit kurzer Dauer von weniger als drei Wochen sei das Übertragungsrisiko der Infektion im Bestand klein. Bei einer kontagiösen Mastitis mit einer Dauer von mehr als drei Wochen hoch. Gerade langfristige Infektionen sind zu reduzieren, da sie die Hauptprobleme in der Herde verursachen. Wie sollte vorgegangen werden?

Mehr über das Thema lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 33/2016 auf den Seiten 42 bis 43. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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