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Rind

Neuer Melkstand im alten Anbindestall

von , am
19.06.2013

Neue Melktechnik installieren am alten Melkplatz und noch dazu bei laufendem Betrieb? Milchviehhalter Tibke haben das geschafft und dabei sogar viel Eigenleistung erbracht. Lesen Sie unsere Reportage.

Die neue Melktechnik wurde in den früheren Anbindestall integriert. © Ahlers
Familie Tibke bewirtschaftet in Ahlerstedt, Kreis Stade, einen 120 ha großen Futterbaubetrieb mit 200 Kühen und einer Milchleistung von 9.900 kg mit 4,07 % Fett und 3,46 % Eiweiß. Die weibliche Nachzucht bleibt auf dem Hof. Bis vor eineinhalb Jahren erfolgte das Melken noch im alten Anbindestall mit zwölf Geschirren. Durch die kontinuierlich gewachsene Herde war das kein Zuckerschlecken: Die einzelne Melkzeit dauerte bis zu vier Stunden.
 
Da war eine neue Melktechnik überfällig; und die wurde am alten Melkplatz bei laufendem Betrieb installiert. Weil viel Eigenleistung erbracht wurde, dauerten Umbauten und Umrüstungen mehrere Monate. Der Vorteil nach dem Kraftakt: Das alte Gebäude konnte bleiben und erfüllt nun mit dem modernen Innenleben bestens seine Zwecke. Vor dem Gebäude steht jetzt ein überdachter Wartehof mit Vollspaltenboden ausgestattet.
 
Der Landwirt entschied sich für einen Doppel-20er-Fischgrätenmelkstand. Die Aufstellung der Kühe im Winkel von 50° ermöglicht einen leichten Zugang zum Euter durch die Hinterbeine. Somit sind alle Melkpersonen "nah dran am Tier und können zudem möglichst viel von der Kuh sehen". Die Brustabgrenzung in S-Form sorgt für eine Aufstellung der Kühe nah am Melker. Das untere Schlagrohr schützt die Melker. Der Abstand von Kuh zu Kuh beträgt 76 cm; dies bedeutet kurze Wege für den Melker, spart Zeit und erleichtert das Melken.
 
Eine breite Kuhplattform ermöglicht einen zügigen Ein- und Austrieb der Kühe über pneumatische Tore.  Das gerade versetzte untere Rohr bietet dem Melker zusätzlichen Schutz. Natürlich ist der Melkstand zeitgemäß ausgerüstet mit Kuherkennung und Milchmengenmessung, um alle Daten ständig auf dem PC verfügbar zu haben.
 
Nachgerüstet hat Tibke noch einen Abnahmezylinder mit Schnellstart für einen höheren Melkkomfort. Kraftfutter gibt es im Melkstand nicht. Gemolken wird immer von zwei Personen; der Durchsatz liegt bei bis zu 140 Kühen pro Stunde. Zwei Drittel der Kühe müssen geholt werden, einen elektrischen Treiber gibt es bisher nicht. Dafür haben die Melkpersonen die Tiere beim Treiben zusätzlich im Blickfeld. Nach dem Melken gibt es eine Dreiwegesektion in zwei Stallgruppen und in Richtung Behandlungsstall.
 
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