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Stallbau

Ein neues Gatter für ein altes Problem

Fingergatter-Milchviehstall
© Rodens
von am
10.04.2018

Mit Einwegtoren wird der Kuhverkehr gesteuert. Auch das in Amerika und Kanada entwickelte Fingergatter ist dafür gut geeignet. Der Hauptvorteil dieser Baulösung: Diese Gatter behalten über jede beliebige Breite ihre Funktionalität.

Standard auf den Betrieben sind Einwegtore.Manche Tore sind schwergängig oder konstruktiv bedingt für die Tiere schwer zu öffnen und erfüllen ihren Einsatzzweck nicht optimal. Fingertore gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Dabei werden einzelne Stahlrohre im Abstand von etwa 20 cm an einem Querträger befestigt, die nach unten hängen. Vom Boden aus gemessen ergibt sich eine Freiraumhöhe bis zu den Rohren von etwa 75 bis 90 cm. Die Rohre bewegen sich jedoch nur in eine Richtung, um den Zweck eines Einwegtores zu gewährleisten. Das so geschaffene Fingergatter wird von den Tieren sehr gut angenommen.

Dazu ein Beispiele aus Kanada

Marcel Steen hat am Ausgang seiner beiden Melkroboter je ein Fingergatter installiert. Besonders die Färsen gewöhnen sich schnell an das Gatter. Es ist zuverlässig, keine Kühe gelangen in umgekehrter Richtung zum Roboter.

Sean O`Connor melkt 120 Kühe mit zwei automatischen Melksystemen. An beiden Melkroboterausgängen wurden jeweils zwei Fingergatter installiert. Zusätzlich sind im Selektionsbereich noch vier solcher Tore verbaut, zudem ein Fingergatter am gesonderten Vorwartehof für die nicht gemolkenen Kühe. Vorteilhaft ist für ihn das Fingergatter im gesonderten Vorwartebereich des Melkroboters für die nicht gemolkenen Kühe.

Die Fingergatter können beliebig breit eingesetzt werden.
© Rodens

Fingergatter haben aufgrund ihrer Konstruktion Vorteile für Betriebe mit gelenktem Kuhverkehr. Denn im Gegensatz zu den Schwenk- bzw. Saloontoren sind Fingergatter nicht auf eine festgelegte Breite limitiert, sie können nach Belieben breit gebaut werden, ohne dass sie ihre Funktion dadurch verlieren. Ob ein Übergang oder ein Laufgang nun 3, 4 oder 5 m breit ist, das Fingergatter verliert auch bei Breiten darüber hinaus nicht seine Funktion. Nur mit einem Fingergatter erfüllen breite Übergänge ihre Aufgabe, ranghöhere und rangniedere Kühe können ohne Probleme und ohne Rangeleien aneinander vorbeigehen.

Vorteil breiter Übergänge

„Für mich war die Entwicklung der Fingergatter ein ganz wichtiger Faktor zur Entscheidung zum gelenkten Kuhverkehr. Auf der einen Seite wollte ich die Vorzüge des gelenkten Kuhverkehrs nutzen, um nicht jeden Tag den nicht gemolkenen Tieren hinterher zu laufen. Auf der anderen Seite störten mich jedoch die konventionellen Einwegtore, da sie den Vorteil breiter Übergänge zunichtemachen. Doch mit den Fingergattern konnte ich meine Idee des gelenkten Kuhverkehrs umsetzen, ohne Kompromisse beim Kuhkomfort zu machen“, berichtet Jack Danen.

Für ihn ist klar: Vor allem der Aspekt, dass diese Gatter über jede beliebige Breite ihre Funktionalität nicht verlieren, macht das Gatter zu einer Alternative im Vergleich zu konventionellen, zur Seite schwenkbaren Einwegtoren. Ein ruhiger, besonnener Umgang mit den Kühen ist Grundvoraussetzung. Der Einsatz ist jedoch nicht nur auf automatische Melkbetriebe beschränkt, gerade auch in Rücktrieben konventioneller Melkzentren oder in den Selektionsbereichen können die Fingergatter ihre Funktionalität unter Beweis stellen.

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