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Geflügel

Neues Konzept für die Hähnchenmast

von , am
19.03.2013

In Emlichheim, Landkreis Grafschaft Bentheim, lud vergangene Woche ein neuer Hähnchenhaltungsbetrieb mit einem interessanten Managementkonzept zum Tag der offenen Tür ein.

In die Bahnen werden die Kisten mit den Bruteiern eingehängt, die Küken schlüpfen hier im Aufzuchtstall. © Wiese

Die Gesellschafter Klaas Knol und Gerhard Reinink stellten auf dem Tag der offenen Tür ihr neues Konzept mit dem Namen "Optimum Vita" vor. Es setzt auf eine bessere Anpassung der Ställe an den Bedarf der Tiere in den jeweiligen Aufzuchtphasen.

Bruteier aus Mecklenburg

In ihrem neuen System werden alle 18 Tage 118.000 Bruteier von einem Elterntierbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern geliefert. Durch die Belieferung aus nur einem Betrieb werden Kreuzinfektionen vermieden, zudem befindet sich der Elterntierbetrieb in einer "Gesundlage".

Nach 18 Tagen im Brutschrank werden die Bruteier in den Aufzuchtstall gebracht. Drei Tage später schlüpfen die Küken dort. Ihnen steht sofort Wasser und Futter zur Verfügung. Dies ist insbesondere auch für Küken, die schon ein, zwei Tage eher schlüpfen, ein Vorteil. Ein Transport der Eintagsküken ist nicht mehr nötig.

Im Aufzuchtstall finden 110.000 Küken Platz. Zwei Gruppen mit jeweils 55.000 Küken können komplett getrennt gehalten werden. Durch die voneinander unabhängigen Fütterungs- und Wassersysteme können auch Versuche durchgeführt oder Aufzuchtstrategien getestet werden.

Mit zehn Tagen ziehen die Küken um in den Mastbereich. Er umfasst vier Ställe mit jeweils 55.000 Plätzen, in dem die Hähnchen bis zu 42 Tage alt werden. Üblicherweise wird in der Hähnchenmast mit einer Altersgruppe auf dem Betrieb gearbeitet, bei "Optimum Vita" befinden sich zwei Altersgruppen auf dem Betrieb.

Alle Ställe sind mit Fußbodenheizungen ausgerüstet. Die Energieversorgung wird über eine nahe gelegene Biogasanlage sichergestellt. Die Beheizung erfolgt nur mit Warmwasser, zusätzliche Gas- oder Ölheizungen sind nicht eingebaut. Der Mastbereich wurde mit Wärmetauschern ausgerüstet. Die Wärme der älteren Tiere wird zum Beheizen der Aufzuchtställe genutzt. Die Einstalltemperatur im Mastbereich liegt bei 27-28 °C. Das ist ausreichend, da die Küken schon zehn Tage alt sind.

Weniger Verluste ?

Knol und Reinink erwarten im neuen System gleichmäßigere und kräftigere Küken. Sie gehen von einer geringeren Verlustrate und einer Verbesserung der Futterverwertung von 3 % aus. Außerdem rechnen sie auch mit einer besseren Tiergesundheit. Dass keine  Eintagsküken mehr transportiert werden müssen und der Maststall weniger aufgeheizt werden muss, soll auch Kosten senken.

Alle Ställe sind übrigens mit Besucherräumen ausgestattet, die insbesondere Schulklassen offen stehen. Damit will man Einblicke in die moderne Produktion geben.
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