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Forschung

Niedersachsen erforscht Kastration mit Lokalbetäubung

Ferkel im Stall
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Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
17.07.2019

Die lokale Betäubung von Ferkeln beim Kastrieren ist Thema eines Forschungsprojektes in Niedersachsen.

Ab 2020 dürfen Ferkelerzeuger keine Kastration mehr ohne Betäubung vornehmen. Die Suche nach Alternativen läuft deshalb auf Hochtouren. Das Land Niedersachsen fördert jetzt ein hochaktuelles Projekt zum Thema.

Eine Forschergruppe der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover führt Untersuchungen durch, ob und wie eine Kastration unter lokaler Anästhesie bei Saugferkeln durchgeführt werden kann. Das Vorhaben werde mit offenem Ergebnis durchgeführt, so Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann, TiHo.

Hohe Hürden bei "viertem Weg" zur Kastration

In Deutschland gibt es derzeit hohe rechtliche Hürden für diesen sogenannten „vierten Weg“ bei der Kastration. In einigen EU-Nachbarländern ist die Kastration unter Lokalbetäubung zugelassen. Derzeit fehlen jedoch belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, ob die Lokalanästhesie den Schmerz „vollständig“ ausschalten kann.

Letzteres ist aber nach geltendem deutschen Tierschutzrecht Voraussetzung für den Einsatz des Verfahrens in der Praxis, betonte Prof. Waldmann.

Gesundheit der Tiere besser einschätzen

Auch in einem zweiten geförderten Projekt geht um die Verbesserung des Tierwohls in der Schweinehaltung. Knapp 150.000 € hat Niedersachsen für eine Studie bewilligt, die ebenfalls direkt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ansetzt. Ein Forscherteam um Prof. Dr. Elisabeth gr. Beilage, TiHo, will eine Entscheidungshilfe erarbeiten, mit der Schweinehalter den gesundheitlichen Zustand ihrer Tiere einschätzen können.

Die Landwirte sollen damit in der Lage sein, zu entscheiden, ob ein Tier weiter behandelt werden sollte oder ob es tierschutzrechtlich geboten ist, das Schwein von seinen Schmerzen zu erlösen und zu töten.

Untersuchung in Tierkörperbeseitigungseinrichtungen

Hintergrund des zweiten Projektes ist eine 2017 von Prof. gr. Beilage durchgeführte Untersuchung an toten Schweinen in Tierkörperbeseitigungseinrichtungen.

Diese hatte ergeben, dass dort regelmäßig tote Tiere angeliefert wurden, die Anzeichen einer bereits seit längerer Zeit bestehenden Erkrankung aufwiesen. Diese dürften nach Einschätzung der Wissenschaftlerin vielfach mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden gewesen sein.

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