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Schafhaltung

Niedersachsen: Herdenschutz vor dem Wolf hat Grenzen

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

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Schafe auf der Weide mit Tränkewagen
Schafe auf der Weide mit Tränkewagen © Mühlhausen/landpixel
von , am
05.05.2017

Zwar wird die Anschaffung von Zäunen und Herdenschutzhunden zu 80% gefördert. Viele Schafhalter in Niedersachsen sind aber trotzdem mit den Mehrkosten überlastet.

Viele wertvolle Zuchtbetriebe haben kleine Schafbestände im Nebenerwerb und in der Hobbytierhaltung. Auch wenn die Anschaffung von Zäunen und Herdenschutzhunden zu 80 Prozent gefördert werden, sind viele Landschaftspflegebetriebe mit den Mehrkosten überlastet.

Wenn diese Betriebe aufgeben, hat die Ausbreitung des Wolfes besonders für die ökologisch wertvollen Kulturlandschaften einschneidende Folgen.

Dieter Voigt von der Deichschäferei Huntebrück im Landkreis Wesermarsch betont: "Herdenschutzmaßnahmen müssen auf den Höfen mit zumutbarem Aufwand umsetzbar sein. Berücksichtigt werden müssen die konkreten Verhältnisse vor Ort."

Herdenschutz gegen Wolf besonders auf Kleinbetrieben unrealistisch

Die Schafhaltung sei ohnehin sehr arbeitsintensiv und wirtschaftlich gesehen nicht besonders attraktiv. Freie Kapazitäten für zusätzliche Arbeiten mit dem Herdenschutz seien in der Regel nicht vorhanden, was besonders die Kleinbetriebe gefährde.

Voigt fügt hinzu, dass die Maßnahmen auch auf Winterweiden nicht umsetzbar seien und zu mehr (teuren) Stalltagen führten. Unklar bleibe auch, wie die Deichbeweidung aufrechterhalten werden solle.

Wolf spezialisiert sich auf Nutztiere

Es gibt Wölfe, die sich auf Nutztiere spezialisiert haben. Voigt erzählt: "Das Cuxhavener Rudel hat herausgefunden, dass es möglich ist, ausgewachsene Rinder zu hetzen und in den Graben zu treiben. Dort werden sie dann ohne Kehlbiss bei lebendigem Leibe verspeist."

Einige Wölfe (z. B. in Goldenstedt) hätten bereits gelernt, dass man in der Luft mangels Erdkontakt keinen Stromschlag bekommt. Sie würden munter Elektronetze überspringen. Ein Wolf sei in eine Heidschnuckenherde eingedrungen, indem er ein stromführendes Netz zerbissen habe.

Hier herunterladen können Sie eine Zusammenfassung wichtiger Aspekte des Herdenschutzes insbesondere in Küstennähe von Dieter Voigt, Deichschäferei Huntebrück, Lkr. Wesermarsch...

Das vollständige Interview mit Dieter Voigt lesen Sie in der LAND & Forst 18/17 auf Seite 54. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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