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Verseuchte Eier

Niedersachsen: Keine weiteren Fipronil-Nachweise in Eiern

Legehennen um und auf einem Pickstein im Stall.
Legehennen um und auf einem Pickstein im Stall. © Christa Diekmann-Lenartz
von , am
09.08.2017

Das in Niedersachsen durchgeführte Sofort-Monitoring zur Untersuchung von Eiern auf das Insektizid Fipronil hat bislang keine weiteren Nachweise ergeben.

Leichte Entspannung, aber noch keine voreilige Entwarnung meldete Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer gestern Abend. Das in Niedersachsen durchgeführte Sofort-Monitoring zur Untersuchung von Eiern auf das Insektizid Fipronil habe bislang nur negative Befunde, somit keine weiteren Nachweise ergeben.

Untersucht wurden insgesamt rund 300 Proben in der grenznahen Region zu den Niederlanden sowie in Packstellen verschiedener Landkreise.

In Niedersachsen auch Fleisch und verarbeitete Produkte beprobt

Zudem würden auch Proben von verarbeiteten Produkten und von Fleisch genommen. Meyer betonte: „Auch mit Fipronil belastetes Fleisch, bei dem ein Überschreiten des Rückstandshöchstgehaltes von 0,005 Milligramm pro Kilogramm festgestellt wird, darf nicht in Verkehr gebracht und muss entsorgt werden.“

Nach bisherigem Kenntnisstand ist das mit dem Insektizid Fipronil vermischte Desinfektionsmittel Dega16 in Niedersachsen in vier Legehennenbetrieben mit insgesamt rund 130.000 Legehennen nachgewiesen worden. Überdies wurde es in einem Junghennenbetrieb gefunden, in dem es jedoch noch keine Eierproduktion gab, das Insektizid aber im Gefieder der Tiere nachgewiesen worden war.

Das Insektizid war von einem niederländischen Dienstleister ohne Wissen der Legehennenhalter in einer Mixtur zur Stallreinigung eingesetzt worden.

In Niedersachsen 99 Prozent der Legehennenhalter nicht betroffen

Es ist davon auszugehen, dass von den genannten 130.000 Legehennen etwa 16 Millionen mit Fipronil belastete Eier gelegt worden sind, die entweder verkauft oder zurückgerufen wurden.

In diesem Zusammenhang rückte Meyer zugleich die Verhältnisse zurecht. Natürlich sei jeder einzelne Fall „höchst bedauerlich“. Zugleich bleibe aber festzuhalten, „dass rund 99 Prozent der Hennen und Halter nicht betroffen sind“. Denn insgesamt gebe es in Niedersachsen rund 18,3 Millionen Legehennen sowie etwa 1.280 Betriebe.

Alle betroffenen Ei-Printnummern werden unter www.lebensmittelwarnung.de veröffentlicht.

Fipronil ab Oktober EU-weit verboten

Der Wirkstoff Fipronil darf von Anfang Oktober an nicht mehr als Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission am Dienstag bestätigte, läuft die entsprechende Genehmigung am 30. September 2017 aus. Ein Antrag auf Verlängerung sei nicht gestellt worden.

In der Landwirtschaft ist das Insektizid Fipronil heute noch zur Behandlung von Saatgut zugelassen. Es darf zum Schutz von Bienenvölkern allerdings nur dann eingesetzt werden, wenn das behandelte Saatgut zur Aussaat im Gewächshaus bestimmt ist oder wenn es sich um das Saatgut von Lauch-, Zwiebel-, Schalotten- und Kohlpflanzen handelt, die bereits vor der Blüte geerntet werden.

Die Verwendung von Fipronil bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist in der EU verboten. Neben der Verwendung als Pflanzenschutzmittel ist noch der Einsatz als Tierarzneimittel erlaubt. Es darf beispielsweise auf das Fell von Hunden aufgetragen werden, um diese vor Flöhen, Läusen und Zecken zu schützen.

Mit Material von dpa
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