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Vogelgrippe

Niedersachsen: Wegen Vogelgrippe mangelt es an Freilandeiern

Freilandhennen scharren auf dem Boden
Freilandhennen scharren auf dem Boden © Mühlhausen/landpixel
von , am
10.04.2017

Wegen der Vogelgrippe bleibt in den niedersächsischen Geflügelhochburgen die Stallpflicht vorerst bestehen. Freilandeier sind wohl auch zu Ostern knapp.

Mit dem Festhalten an der Stallpflicht für Geflügelbetriebe in den Branchen-Hochburgen werden nach Einschätzung des niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes Freiland-Eier auch zu Ostern knapp bleiben. Das sagte jetzt der Verbands-Geschäftsführer Dieter Oltmann: "Die meisten Freilandeier-Erzeuger sitzen in diesem Beritt."

Seinen Angaben zufolge gibt es

  • im Emsland 4,3 Millionen Legehennen,
  • im Kreis Oldenburg 1,3 Millionen,
  • in der Grafschaft Bentheim 2,6 Millionen Tiere,
  • in Cloppenburg 1,3 Millionen Legehennen,
  • im Kreis Osnabrück 4 Millionen und
  • in Vechta sogar 8 Millionen.

Bundesweit kommen bis zu 40 Prozent aller Eier aus Niedersachsen. Wegen Ausbrüchen der Vogelgrippe gilt weiterhin die Stallpflicht in den Kreisen Cloppenburg, Ammerland und Oldenburg. Aus Sicherheitsgründen halten auch die Nachbarkreise Emsland, Grafschaft Bentheim und Vechta an der Stallpflicht fest.

Freilandeier bis zu zwölf Wochen nach Stallpflicht

Bis zu zwölf Wochen dürfen konventionelle Legehennenhalter laut EU-Recht ihre Tiere im Stall halten und sie dennoch als Freiland-Ware verkaufen. Danach gelten sie als Eier aus Bodenhaltung.

Den fälligen Preisabschlag von rund einem Drittel pro Zehner-Packung haben Erzeuger und Handel bislang dadurch abgefangen, dass die Kunden mit Aufklebern oder Aufdrucken auf den Kartons auf die Situation aufmerksam gemacht wurden und Freilandeier-Preise verlangt wurden.

Inzwischen sei das Angebot von Freilandeiern wieder auf dem Markt gestiegen, sagte Margit Beck von der Marktinfo Eier & Geflügel in Bonn: "Das Angebot ist aber noch eingeschränkt. Eine Quantifizierung können wir leider nicht vornehmen."

Ripke: Management der Putenmast überdenken

Geflügelwirtschaftsverbands-Vorsitzender Friedrich-Otto Ripke setzt auf eine Manöverkritik nach dem endgültigem Ende der Vogelgrippewelle. "Wir müssen über das Management der Putenställe nachdenken", betonte er. Vor allem Putenbestände waren in Niedersachsen von der Vogelgrippe betroffen. Geklärt werden müsse, ob sich die Krankheit nicht auch durch vom Wind weitergetragenen Staub verbreiten könne, wenn an den Staubpartikeln der Virus hafte.

Einige Experten schlössen das nicht aus, auch nicht das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems. "Ich würde das gerne mit den Behörden und dem Ministerium mit Abstand besprechen", sagte Ripke.

Eine Lösung müsse auch gefunden werden, wie mit gesundem Fleisch aus Infektionsgebieten verfahren werden solle. "Wir konnten zwei Wochen lang nicht das gesunde Fleisch aus den Sperr- und Beobachtungsgebieten verarbeiten", sagte Ripke. Das Problem müsse in Brüssel gelöst werden. Auch müsse die Vermarktungsordnung für Freilandeier für Fälle wie diese angepasst werden.

Mit Material von dpa
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