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Schweinehaltung

Osnabrück: Mobilställe für Schweine preisgekrönt

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Friederike Husmann
am
13.08.2019

Peer Sachteleben aus Osnabrück hält 70 Schweine in Mobilställen. Dafür erhielt er den Innovationspreis der Initiative Tierwohl.

Neugierig strecken einige der Mobilheimbewohner ihre Rüssel aus der Tür und empfangen ihren Besitzer Landwirt Peer Sachteleben aus Osnabrück mit freudigem Grunzen. Der 25-jährige Jungbauer hält auf der 1,5 Hektar großen Wiese momentan 70 Tiere in elf mobilen Ställen. Im Frühjahr erhielt Peer Sachteleben für seine Idee den Innovationspreis der Initiative Tierwohl.

34 Hektar gehören zu dem Betrieb. Neben den Schweinen der Rassen Bunte Bentheimer und Duroc-Kreuzungstieren hält er 15 Schwarzkopf-Mutterschafe mit Nachzucht und Hühner.

Alle drei bis sechs Wochen, je nach Wetterlage, setzt er die Mobilställe für die Schweine auf eine neue Fläche um und zäunt die einzelnen Parzellen für die Gruppen mit doppelter Elektrolitze ab. Schwierigkeiten hat er vor allem bei „Mistwetter“, wie er sagt.

„Dann ist so eine Fläche schon nach ziemlich kurzer Zeit matschig. Ich muss mir vorher Gedanken machen, welche Flächen wann für diese Art der Haltung zu gebrauchen sind“, weiß Sachteleben mittlerweile.

Projekt für Vater und Sohn

Seit Ende 2017 setzt er sein Konzept der Freilandhaltung auf diese Weise um. Vorher waren die Flächen des elterlichen Betriebes jahrelang verpachtet. „Ich kannte die typische Freilandhaltung aus meiner Ausbildung und halte sie nicht für zukunftsfähig", sagt Sachteleben, der in Kassel Ökologische Landwirtschaft studiert hat.

Für seine Bachelorarbeit habe er sich dann intensiv Gedanken gemacht, welche Möglichkeiten es noch gebe, um Schweine weitestgehend draußen zu halten. Gemeinsam mit seinem Vater, einem selbstständigen Grafikdesigner, entwickelte er die Ställe, die auf ein fahrbares Gestell gebaut werden.

„Genehmigungstechnisch ist das wohl die beste Lösung“, vermutet der Jungunternehmer. Das Gestell liefert ein Metallbauer. Die Einzelteile des „Wohnwagens“ bauen Vater und Sohn zusammen.

Insgesamt 25 Mobilställe

Momentan hält Sachteleben sechs Sauen mit Ferkeln, einen Zuchteber und Mastschweine. Das Fleisch vermarktet er als zertifizierter Bioland-Bauer über den eigenen Hofladen und beliefert drei weitere Hofläden in der Umgebung.

Sachteleben hat die Genehmigung, auf den ihm zur Verfügung stehenden 34 Hektar Fläche insgesamt 25 Mobilställe aufzustellen. „Es sollen aber maximal 14 Ställe werden“, sagt er selbst.

Zuhause bis zum Schluss

Gemistet werden muss, je nach Wetter und Gruppengröße, ungefähr alle zwei bis drei Wochen. Das schmutzige Stroh schiebt Peer Sachteleben dann einfach durch eine Klappe an der Längsseite des Mobilstalls nach draußen. Seit Beginn des Unternehmens hat Sachteleben ein für ihn gut umsetzbares System für jeden Durchgang gefunden.

Eine Woche vor dem Abferkeln bezieht jede Sau gewaschen ihr Quartier. Nach acht Wochen Säugezeit wird die Sau in die Gruppe mit den güsten Sauen in einen anderen Mobilstall gebracht, in der auch der Zuchteber läuft. Die Ferkel bleiben in ihrem gewohnten Zuhause und werden dort weiter gemästet.

Damit er nicht kastrieren muss, lässt Peer Sachteleben die männlichen Tiere bereits mit rund 80 Kilogramm Lebendgewicht schlachten. Die anderen folgen in den darauffolgenden Wochen. „Im Moment ist es durchschnittlich ein Tier pro Woche“, sagt Sachteleben, der das Fleisch neuerdings auch auf dem Osnabrücker Wochenmarkt anbietet.

Mehr über die Schweinehaltung von Familie Sachteleben lesen Sie in der LAND & Forst 33/19.

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