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Tierseuchenbekämpfung

Paratuberkulose-Untersuchung: Ab 1. November Pflicht

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Vienna Gerstenkorn
am
27.10.2017

Niedersachsen sagt der Paratuberkulose den Kampf an. Das Wichtigste zur bisher einzigartigen Verordnung in Deutschland.

Am 1. November tritt die Niedersächsische Paratuberkulose-Verordnung, kurz Nds. ParaTb-VO, in Kraft. LAND & Forst hatte bereits angekündigt, dass eine derartige Verordnung geplant ist.

Was die neue Verordnung beinhaltet:

  • Sie verpflichtet Milchviehhalter insbesondere dazu, ihren Bestand einmal pro Jahr auf die bakterielle Infektionskrankheit hin untersuchen zu lassen.
  • Die Untersuchung erfolgt im Rahmen der jährlichen BHV1-Beprobung.
  • Die Untersuchung ist wichtig, weil es sich bei der Paratuberkulose um eine in Deutschland meldepflichtige Erkrankung handelt.

Die bakterielle Infektionskrankheit wird durch das Mycobacterium avium spp. paratuberculosis (MAP) verursacht, das eine chronisch entzündliche Darmerkrankung bei Wiederkäuern auslöst. Hauptsymptome sind

  • anhaltende Durchfälle und
  • eine fortschreitende Abmagerung der Tiere.

Mit Paratuberkulose infizierte Tiere bleiben lange unerkannt

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Mit Paratuberkulose infizierte Rinder zeigen aufgrund der langen Inkubationszeit lange Zeit keine typischen Auffälligkeiten. Folgende Charakteristika sind zu verzeichnen:

  • Infizierte Rinder scheiden den Erreger bereits vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome in großem Ausmaß über den Kot sowie während der klinischen Phase auch über Milch und die sogenannte Biestmilch, das Kolostrum, aus.
  • Tiere stecken sich meist im Kälberalter über die Aufnahme von Futter und Wasser an, das mit dem Kot infizierter Tiere verschmutzt ist.

Entscheidend für die Gesundheit der Rinder sind also Biosicherheitsmaßnahmen, insbesondere eine gute Kälberhygiene. „Nur so kann verhindert werden, dass Tierseuchen in den Bestand eingeschleppt oder aus dem Bestand verschleppt werden“, sagt Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Die Paratuberkulose führt vor allem in infizierten Beständen zu teils erheblichen direkten und indirekten wirtschaftlichen Verlusten.

Die nun in Kraft tretende Verordnung soll

  • den Gesundheitsstatus in Rinderbeständen verbessern sowie
  • eine mögliche Weiterverbreitung der Paratuberkulose in Zuchtbetriebe vermindern und verhindern.

Wesentlicher Punkt der neuen Vorgabe ist die Untersuchungspflicht aller über 24 Monate alten Zuchtrinder anhand von Einzelblut- und Einzelmilchproben oder von Bestandsmilchproben. Ausgenommen von der Untersuchungspflicht sind die Zuchtrinder von Mutterkuhbeständen.

Paratuberkulosetest: Wer muss wann untersuchen?

Folgende Proben sind zu nehmen:

  • Einzelproben im Abstand von maximal zwölf Monaten
  • Bestandsmilchproben im Abstand von drei bis neun Monaten
  • Weist die Bestandsmilch ein fragliches oder positives Ergebnis auf, müssen alle über 24 Monate alten Zuchtrinder des Bestandes innerhalb von zwei Monaten in einer Einzelprobe untersucht werden.

Der Tierhalter muss die Untersuchungsergebnisse spätestens 14 Tage nach Erhalt der Veterinärbehörde schriftlich mitteilen. Es ist vorgesehen, dass diese automatisch von der Untersuchungseinrichtung an die Datenbank „Herkunftssicherungs- und Informationssystem Tiere“ (HIT) übertragen werden.

Kommt es bei der Einzeltieruntersuchung zu positiven Ergebnissen, muss der Tierhalter zusammen mit dem Tierarzt einen Hygieneplan erstellen. Dieser ist binnen eines Jahres auf dessen Wirksamkeit zu kontrollieren und eventuell zusammen mit dem Tierarzt anzupassen.

Beihilfe für die Teilnahme am Paratuberkulose-Verminderungsprogramm

Die niedersächsische Tierseuchenkasse übernimmt die Kosten für Probennahme und Laboruntersuchungen, die laut Verordnung vorgeschrieben sind. Die Kosten werden je zur Hälfte vom Land und von der Tierseuchenkasse getragen. Bei einem positiven Paratuberkulose-Befund werden auch die Kosten für die Biosicherheitsberatung übernommen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, am Paratuberkulose-Verminderungsprogramm der Tierseuchenkasse teilzunehmen, das auch die Entfernung positiv getesteter Tiere mit einer Beihilfe versieht.

Die Verordnung gibt außerdem vor, dass zur Zucht vorgesehene und über 24 Monate alte Rinder lediglich dann in einen Rinderbestand mit Zuchttieren eingestellt werden dürfen, wenn maximal zwölf Monate vor dem Einstellen bei einer Einzeltieruntersuchung keine Paratuberkulose festgestellt worden ist.

Mit Material von Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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