Login
Rind

Plötzlich sind die Ohrmarken verschwunden

von , am
23.09.2015

Seit Juni 2010 werden die zurzeit gelieferten Rinderohrmarken für die BVD-Untersuchung (Gewebeentnahme) und für die amtliche Kennzeichnung genutzt. Bei einigen Chargen gibt es hohe Verluste.

Bei der Charge mit Materialfehler sollte nicht nur die einzelne Verlust-Ohrmarke, sondern sofort beide Ohrmarken ersetzt werden. © Ahlers

Die Entwicklung der Marge zwischen Ein- und Verkauf zeigt für Bullen mit der Notierung R3 und O3 einen ähnlichen Verlauf wie im vergangenen Jahr, das seit 2011 das schlechteste war. Es gibt jedoch ein wenig Hoffnung. Das Preistief in diesem Sommer ist etwas schwächer ausgefallen und es scheint zu einer etwas früheren Erholung der Preise zu kommen. Wir bleiben zumindest guter Hoffnung. Nichtsdestotrotz fehlt für Investitionen in den meisten Fällen das Geld.

Wie wird Tierwohl definiert?

Wenn investiert werden soll, dann natürlich im Sinne des Tierwohls genauso wie im Sinne der Wirtschaftlichkeit dieses Betriebszweiges, ohne die eine Investition gar nicht möglich ist. Falls Neubauten für die Bullenmast geplant werden, möchten sicher alle Beteiligten auch im Sinne des Tierwohls bauen. Nur bei der Frage, wie "Tierwohl" zu definieren ist, herrscht keine Einigkeit. Wir wissen, wie schnell einmal Niedergeschriebenes Gesetzescharakter bekommen kann oder zumindest in Streitfällen von der Gerichtsbarkeit als Entscheidungsmerkmal herangezogen wird. Darum muss schnellstmöglich Klarheit bei der Begriffsdefinition "Tierwohl" auch in der Rindermast geschaffen werden. 

Forderung: Zurück zur Natur

Das Verständnis für den Begriff Tierwohl in der Rindermast ist sehr unterschiedlich. Die simpelste Formel, die diskutiert wird, beinhaltet die Forderung "zurück zur Natur". Für die Rindermast würde das Weidewirtschaft und Ochsenmast bedeuten. Eine Stallendmast, an deren Anfang eine Weideperiode steht, wird in Grünlandregionen auch heute betrieben, ist aber nicht überall durchführbar. Darum ist auch eine solche Forderung keine Lösung. Sie beantwortet zudem auch nicht die Frage, wie ein Stall, in dem die Tiere außerhalb der Weideperiode untergebracht sind, gestaltet werden soll. Für Weidemastochsen gibt es zudem kaum noch einen Markt. Die in der Vergangenheit ins Leben gerufenen Ochsenmastprogramme haben sich alle nicht am Markt halten können.


Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 39/2015 auf Seite 35. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
Auch interessant