Login
Rinderkrankheit

Rheiderland: Rinder wegen Herpesvirus (BHV1) getötet

Fresser am Futtertisch
© Mühlhausen/landpixel
von , am
14.11.2017

Auf einem Hof im Rheiderland ist der Virus „BHV1“ festgestellt worden. Mehr als 250 Rinder mussten getötet werden.

Im Rheiderland sind in einem Agrarbetrieb mehr als 250 Rinder getötet worden, weil Rinderherpes festgestellt wurde. Die Tiere seien entsprechend der rechtlichen Vorgaben eingeschläfert oder geschlachtet worden.

"Das ist nicht ungewöhnlich, dass so ein Fall vorkommt", sagte der Sprecher des Agrarministeriums in Hannover, Klaus Jongebloed, am Sonntag der dpa.

In dem betroffenen Betrieb verlief die Krankheit dramatisch mit ausgeprägten Krankheitserscheinungen und einer kompletten Durchseuchung der Hauptbetriebsstätte innerhalb von 4 Wochen.

Ein Teil der Tiere (66 Stk.), der fernab in einem weiteren Stall getrennt gehalten wurde, blieb von der Infektion geschont und konnte erhalten bleiben.

Zweiter ostfriesischer Betrieb beprobt

Der Betrieb war laut dem Bericht so lange gesperrt, bis der Erreger vom Typ BHV1 nicht mehr nachgewiesen werden konnte. In einem zweiten Betrieb in der ostfriesischen Region seien Proben genommen worden.

Es gibt derzeit einen weiteren Fall im Rheiderland. Die Infektion fiel hier bei der jährlich vorgeschriebenen Untersuchung auf. Die Rinder zeigten keine Klinik. Der Teil der Tiere, der noch nicht untersucht wurde, wurde mittlerweile beprobt. Das Ergebnis steht noch aus.

Die Proben wurden von der LUFA, Oldenburg, zur amtlichen Untersuchung dem LAVES, Oldenburg, zugeführt. Mit einem Ergebnis ist am Donnerstag zu rechnen. Das weitere Vorgehen kann erst nach Vorlage der endgültigen Ergebnisse festgelegt werden.

Es handelt sich um zwei gut geführte Betriebe. Die Eintragsquellen sind bislang in beiden Fällen unbekannt geblieben. . Das Landwirtschaftsministerium gab den Hinweis, dass der Fall keine Auswirkungen auf die Anerkennung Niedersachsens als BHV1-freie Region hat.

Verhaltensregeln zum Schutz vor BHV1

Das Veterinäramt weist aber darauf hin, dass Landwirte den Schutz des Betriebes vor einer BHV-1-Infektion schon deutlich durch einfache Änderungen der Betriebsabläufe und des Managements erhöhen können. Selbstverständlich sein sollten:

  • Das Aufstellen von Desinfektionswannen vor den Zugängen zum Stall,
  • Zutrittsverbot für betriebsfremde Menschen,
  • betriebseigene Schutzkleidung und Stiefel beziehungsweise
  • Einmalkleidung für betriebsfremde Besucher (Tierarzt, Viehhändler, Besamer und andere).

Nachlässiges Verhalten kann fatale Folgen haben:

  • Werden Geräte, wie zum Beispiel Viehtreibwagen, gemeinschaftlich mit anderen Landwirten genutzt, müssen diese nach jeder Nutzung gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
  • Der Landkreis weist außerdem darauf hin, dass fahrlässiges Verhalten dabei im Seuchenfall auch zu empfindlichen Kürzungen der Entschädigungen der Niedersächsischen Tierseuchenkasse führen kann.

Das Virus BHV1 gilt als ungefährlich für den Menschen. Ähnlich dem Herpes beim Menschen kann es im Nervensystem verharren und etwa bei Stress aktiviert werden. Die Folge sind Fiebererkrankungen der Atemwege oder der Geschlechtsorgane.

Mit Material von dpa, Landkreis Leer

Erfolg in der Nische: Diese Rinderhalter züchten Texas Longhorn

Anne und Alexander Leichtenstern
Anne und Alexander Leichtenstern leben mit der Zucht ihrer Texas-Longhorn-Rinder im oberfränkischen Altencreußen einen langjährigen Traum. Die begeisterten Westernfans und Quarterhorse-Züchter betraten vor gut sechs Jahren vollkommenes Neuland in der bayerischen Rinderzucht. Heute sind ihre Zuchttiere in ganz Europa sehr gefragt. © Max Riesberg
Texas Longhorn Mutterkuh
Zwar gab es bis dato verstreut Einzeltiere in Deutschland, die aus Embryonentransfers stammten, doch größere Herden oder gar eine Zuchtstätte waren sogar in ganz Europa Fehlanzeige. Nach jahrelanger Vorarbeit wurden 2011 die ersten 24 lebenden Longhorns eingeflogen und fanden schließlich ihren Weg nach Franken. © Max Riesberg
Texas Longhorn auf der Weide
Heute sind es rund 50 Texas-Longhorns, die auf den 45 ha Grünland gehalten werden. Ein Zuchtziel sind neben der Kondition und dem Euter bei den Texanern auch die Hörner. "Bei der Kuh sollte die Spannweite von Hornspitze zu Hornspitze mindestens einen Meter, beim Bullen über 1,10 Meter betragen", erklärt Anne Leichtenstern. © Max Riesberg
Texas Longhorn Bulle Magic Shadow
Ein Prachtkerl: Magic Shadow ist einer von acht Texas-Longhorn-Bullen, die auf dem Betrieb Leichtenstern zum Zuchteinsatz kommen. Sein Markenzeichen: Ein Horn zeigt nach unten, das andere nach oben. © Max Riesberg
Texas Longhorn Mutterkuh
Die Kühe und ihre Kälber haben die verschiedensten Fellfarben. Das geht auf die frühe Einkreuzung der unterschiedlichen Hausrinderrassen auf die Longhorns zurück. © Max Riesberg
Offenstall mit Texas Longhorn
Ein Offenstall am Hof zum Abkalben und Separieren der Tiere sowie einige Folienställe auf den Weiden stehen den Tieren zur Verfügung. Die vollständige Reportage lesen Sie in Ausgabe 23/2017 des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts. © Max Riesberg
Auch interessant