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Parasitenbefall

Rote Vogelmilbe: Was im Legehennenstall zu tun ist

Legehennen auf der Stange
Dr. Nikolaus Kowollik
am
13.06.2018

Sobald die Außentemperaturen steigen, nimmt auch die Population der Roten Vogelmilbe in Legehennenställen wieder zu. Dr. Nikolaus Kowollik zeigt verschiedene Ansätze der recht aufwendigen Bekämpfung auf.

Die Rote Vogelmilbe hat sich in den letzten Jahren bei Hausgeflügel stark ausgebreitet. Die heute bei uns vorherrschenden Volierenställe bieten durch ihre Bauart der Roten Vogelmilbe sehr gute Rückzugsmöglichkeiten. Dort hält sie sich die meiste Zeit des Tages auf und ist im belegten Stall mit Bekämpfungsmaßnahmen kaum zu erreichen. Die Rote Vogelmilbe findet in hiesigen Ställen beste Lebensbedingungen wegen

  • eines sehr kurzen Entwicklungs-Zyklus bei hoher Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit,
  • der langen Nutzungsdauer der Hennen.

Acht Fakten zur Roten Vogelmilbe

Mit zunehmender Ausbreitung stieg auch das Wissen über die Rote Vogelmilbe. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten:

  • Kleinsthaltungen können die Rote Vogelmilbe wirksam bekämpfen
  • Eine wirksame Kontrolle in größeren Betrieben ist weiterhin problematisch
  • Nur eine echte Innovation im Stallbau, die dem Ektoparasiten so gut wie keine Versteck- und Rückzugsmöglichkeit mehr bietet, kann helfen.
  • Legehennen werden aus wirtschaftlichen Gründen heute deutlich länger gehalten. Durch die sich ansammelnde Schicht aus Staub, Kot- und Futterresten sind die Milben für Bekämpfungsmethoden, die einen Kontakt bedingen, nicht mehr erreichbar.
  • Vor fünf Jahren startete das EU-Projekt COREMI, um die Rote Vogelmilbe dauerhaft aus Hennenbeständen zu eliminieren.
  • Heute ist bei COREMI nur noch von Bekämpfung und Kontrolle die Rede.
  • In absehbarer Zukunft wird die bestmögliche Kontrolle der Roten Vogelmilbe also weiterhin zusätzlichen finanziellen und zeitlichen Aufwand erfordern.
  • Nur so kann man den Anforderungen von Tierschutz und Ökonomie gerecht werden.

Natürliche Bekämpfung der Roten Vogelmilbe

Im Kampf gegen die Rote Vogelmilbe werden auch pflanzliche Produkte eingesetzt. Auf dem Markt gibt es sie inzwischen als Ergänzung für Futtermittel oder Zusatz für das Tränkwasser.

Eine direkte Werbung mit Aussagen zu einer Wirkung ist bei diesen pflanzlichen Produkten aber nicht erlaubt. Der Befall mit der Roten Vogelmilbe ist als Krankheit eingestuft. Deshalb sind Mittel zur Behandlung sowie Vorbeugung Arzneimittel und somit zulassungspflichtig.

Vorteil pflanzlicher Mittel gegen die Parasiten

Bei pflanzlichen Produkten besteht allerdings kein Risiko von Rückständen in Fleisch und Eiern. Sie werden zum Teil auch vorbeugend eingesetzt, dauerhaft oder in Intervallen. Laut Herstelleraussagen schützen die Produkte die Hennen vor den Folgen von

  • Stichen,
  • Stress,
  • Blutverlust und
  • der Übertragung von Krankheiten durch die Parasiten.

Die Produkte werden auch in Kombination mit anderen Bekämpfungsmaßnahmen eingesetzt.

Kampf gegen die Rote Vogelmilbe: Maßnahmen im Stall

Egal, was zur Reduzierung einer Parasiten-Population unternommen wird, begleitende Maßnahmen sind stets Pflicht. Dazu gehört folgendesn:

  • die sachgerechte Säuberung sowie Desinfektion des Stalles,
  • ein hoher Hygienestatus und
  • die Bekämpfung von Schadnagern, die eine Ausweichnahrungsquelle für die Milben darstellen können.

Behandlungen sollten gleichzeitig in allen Ställen in unmittelbarer Nähe erfolgen und in denen, zu denen das gleiche Personal Zugang hat.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 24/2018 auf Seite 40 und 41. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Fotoshooting: Hühner auf dem Catwalk

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