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Schweinehaltung

Salmonellenbelastung: Meppener Projekt soll neue Erkenntnisse bringen

Ferkelerzeugung-Sauenhaltung
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Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
25.04.2018

In den letzten Jahren hat sich die Salmonellensituation bei Mastschweinen kaum verbessert. Ein Projekt der EVH-Select GmbH in Meppen soll das ändern.

Neue Erkenntnisse über den Verlauf von Salmonelleninfektionen in der Ferkelerzeugung soll das EIP-Projekt „SalmoSaFe“ der EVH-Select in Meppen bringen.

Die beiden Hauptansatzpunkte des Projektes sind:

  • eine spezielle Fütterung der Sauen um den Geburtszeitpunkt und
  • eine Impfung der Sauen, bzw. der Sauen und Ferkel.

Daraus werden Empfehlungen zur Reduzierung abgeleitet.

      Zusammenschluss von vier Erzeugergemeinschaften

        Die EVH-Select GmbH, ein Zusammenschluss von vier Erzeugergemeinschaften der Region Emsland/Bad Bentheim, hat das Projekt angeschoben. Partner sind die TiHo Hannover und die LWK Niedersachsen.

          Eine erste Erkenntnis aus den Projektergebnissen:

          • Eine sehr gute Kolostrumversorgung spielt auch in Bezug auf Salmonellenantikörper während der Aufzucht eine wichtige Rolle.
          • Die Antikörper der Sau und die Menge des Kolostrums sind dabei entscheidende Faktoren.

          Salmonellenmonitoring der QS

          Der Geschäftsführer der EVH-Select GmbH Ansgar Deermann bringt es auf den Punkt, was die Zahlen des Salmonellenmonitorings von QS (Qualität und Sicherheit) vierteljährlich zeigen:

          • Es gibt viele Anstrengungen und Ansätze, die Salmonellen-Situation in den Schweinemastbetrieben zu verbessern.
          • Sicher gibt es betriebsindividuell Erfolge, aber insgesamt muss man sagen: Der große Durchbruch wie beim Geflügel fehlt bisher.

          Ferkel-Screening etabliert

            Zur Sicherstellung der Ferkelqualität und Verbesserung der Wettbewerbssituation im hart umkämpften Ferkelmarkt hat die EVH-Select GmbH 2010 ein Ferkel-Screening in ihren ca. 200 Mitgliedsbetrieben etabliert.

            Es umfasst neben der Untersuchung auf PRRS und Circoviren auch die Ermittlung des Salmonellenstatus.

            „Es wird in den vergangenen Jahren verstärkt darüber diskutiert, inwieweit die Salmonellenbelastung in der Schweinemast auf Einträge aus der Ferkelerzeugerstufe zurückzuführen ist“, berichtet Dr. Josef Schulte-Wülwer, als Tierarzt für die EVH-Select GmbH tätig.

            In der Geflügelfleischerzeugung konnte das Vorkommen von Salmonellen durch Einbeziehung der Eltern- und Großelternstufe stark reduziert werden.

            Daten aus 84 EVH-Select-Betrieben

            Aus diesem Gedanken heraus schoben Dr. Schulte-Wülwer und Deermann das Projekt „Salmo-SaFe“ an. Quasi als Vorarbeit wurden im Rahmen einer Promotion an der TiHo Hannover Sauenplaner- und Screening-Ergebnisse aus 84 EVH-Select-Betrieben zusammengeführt und verglichen.

            „In den ersten Jahren des QS-Salmonellenmonitorings standen Hygiene und Fütterung in den Mastbetrieben im Fokus, wenn es um die Verbesserung der Salmonellensituation ging“, berichtet Dr. Schulte-Wülwer.

            Dann mussten sie aber häufiger feststellen, dass auch Mastschweine aus hygienisch sehr guten Betrieben eine hohe Belastung mit Salmonellen-Antikörpern aufwiesen. Das galt auch für Ferkelerzeugerbetriebe.

            Biestmilchmenge wichtig

            „Die Ferkel aus leistungsmäßig sehr guten Betrieben mit hohem Gesundheits- und Hygienestatus waren des Öfteren salmonellenauffällig“, weiß er aus seiner früheren Tätigkeit bei der LWK Niedersachsen:

            • Bei sehr großen Würfen ist die Biestmilchversorgung nicht immer optimal bei allen Ferkeln.
            • In gut geführten Betrieben werden auch untergewichtige Ferkel „aufgepäppelt“.
            • Daraus ergab sich die Vermutung, dass Ferkel mit unzureichender Kolostrumaufnahme oder sonst unzureichendem Immunitätsstatus möglicherweise verstärkt Salmonellen in die Aufzucht eintragen.

            Bei der Promotionsarbeit wurden die ausgewerteten 84 Ferkelerzeugerbetriebe in fünf Kategorien bezüglich der Salmonellenbelastung eingeteilt. Dies wurde dann in Bezug gesetzt zur Anzahl der lebend geborenen und abgesetzten Ferkel.

            Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 17/2018 auf Seite. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

            Netzwerk EIP

            EU-EIP-Projekt

            Das Innovationsprojekt ist Mitglied des Netzwerks EIP Agrar & Innovation Niedersachsen:

            • Das Netzwerk vereint Praktiker und Wissenschaftler aus Landwirtschaft und Verarbeitung, die gemeinsam die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Niedersachsen sichern und verbessern.
            • Es gibt derzeit 14 Projekte, die unter dem Dach der ELER-Fördermaßnahme „Europäische Innovationspartnerschaft - Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP Agri)“  laufen.
            • Das Projekt läuft bis Mitte 2019.
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