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ISN-Umfrage

Sauenhalter: alarmierende Umfrageergebnisse

Ferkel im Stall
Dr. Karl-Heinz Tölle, ISN-Projekt GmbH
am
21.08.2018

Die Sauenhalter sind derzeit stark verunsichert – das zeigt die aktuelle Umfrage der ISN. Allem voran die drei K: Kastration, Kupieren, Kastenstand. Die Ergebnissesind alarmierend und zeigen das ganze Ausmaß des Strukturwandels.

Bei einer Umfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) machten 645 Sauenhalter mit, sie halten im Mittel 379 Sauen, von weniger als 20 bis hin zu mehreren tausend Sauen. 52,1 % der befragten Sauenhalter wollen in den nächsten zehn Jahren aufhören. Bei 16,6 % der Betriebe ist der Ausstieg bereits für die nächsten zwei Jahren geplant.

Die Kleinen geben auf

Es gibt in der Umfrage einen Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und Ausstiegsquote. So wollen fast 85 % der Betriebe unter 150 Sauen ihre Sauen abschaffen. Auf der anderen Seite beabsichtigen vier Fünftel der Sauenhalter mit 600 und mehr Sauen, auch zukünftig dabei zu bleiben.

Ferkelerzeuger

In den südlichen Bundesländern mit den kleineren Bestandsgrößen wollen drei von fünf Sauenhaltern ihre Ferkelerzeugung innerhalb der nächsten zehn Jahre beenden.
Ähnlich dramatisch sieht es in Schleswig-Holstein aus – trotz der größeren Sauenbestände dort; Grund ist vermutlich auch die Marktferne und Konkurrenz zur dänischen Ferkelerzeugung.
Die sehr großen Ferkelerzeugerbetriebe in den östlichen Bundesländern wollen dagegen zu über 80 % weiter Ferkel erzeugen.

Gründe sind vielfältig

Die Gründe für den beabsichtigten Ausstieg aus der Ferkelerzeugung sind vielfältig.

  • Die Vorgaben bei den nicht kurativen Eingriffen sowie im Haltungsbereich werden jeweils von rund 50 % der Ferkelerzeuger genannt.
  • Besonders gewichtig sind die Themen Abferkelbucht und Kastrationsverbot.
  • Entscheidend ist aber die Summe der Auflagen, denn drei Viertel der aussteigenden Ferkelerzeuger gaben diese als Grund für den Ausstieg an.
  • Vielfach wurde auch die Unsicherheit über die zukünftigen Rahmenbedingungen als Ausstiegsgrund genannt.

Nur wenige planen den Ausbau

Lediglich 12 % der befragten Betriebe gaben an, in den kommenden zehn Jahren die Sauenhaltung im Betrieb ausbauen zu wollen. Nur 7 % wollen konkret mehr Sauenplätze schaffen. Das sind in der Tendenz eher die größeren Betriebe. Interessant ist auch, dass kaum Betriebe beabsichtigen, in alternative Systeme mit zum Beispiel Strohhaltung, Biohaltung oder Außenklimahaltung zu investieren.

 

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 34.

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