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Schwein

Sauenhaltung: Bei MMA ist Fieber nicht gleich Fieber

von , am
25.08.2015

MMA tritt bei Sauen immer wieder nach der Abferkelung auf. Was sollten Sie beachten, wenn diese Erkrankung bei Ihren Tieren auftritt? In der LAND & Forst 35 gibt es gute Praxistipps zum Thema.

Übelriechender Vaginalausfluss in den ersten Tagen nach der Abferkelung ist ein wichtiges Symptom zur Erkennung von MMA. © Dr. Burfeind

Die Abkürzung MMA beschreibt die Erkrankung als eine Kombination aus Gebärmutterentzündung (Metritis), Gesäugeentzündung (Mastitis) und Milchmangel (Agalaktie). Häufig zeigen die erkrankten Sauen alle drei Symptome, jedes Symptom kann aber auch isoliert auftreten.

Gesäuge gerötet, warm, geschwollen

Die Gebärmutterentzündung äußert sich durch eitrigen übelriechenden Scheidenausfluss nach der Geburt. Durch die Geburt ist eine direkte Verbindung von der Umwelt in die Gebärmutter geschaffen. Es dauert einige Tage, bis der Gebärmuttermund sich vollständig geschlossen hat. Somit können Bakterien aus der Scheide und aus der Umwelt leicht in die Gebärmutter eindringen und sich hier vermehren. Das entzündete Gesäuge der Sauen ist gerötet, warm, geschwollen und schmerzhaft. Weiterhin ist die Milch nicht mehr weiß, sondern kann gelblich verfärbt sein und kleine Flocken enthalten. Auch hier dringen Bakterien aus der Umwelt durch die Zitzenöffnung oder Verletzungen der Gesäugehaut ein und vermehren sich im Gesäugekomplex. Da diese voneinander isoliert sind, tritt die Entzündung oft nicht in allen Komplexen gleichzeitig auf. In den betroffenen Komplexen sinkt die produzierte Milchmenge oder die Milchproduktion versiegt komplett.

Frühzeitiges Erkennen essentiell

Eine frühzeitige Erkennung von MMA ist essentiell, um die Milchleistung der Sau im aktuellen wie auch in Folgewürfen wieder herzustellen. In der Abferkelbucht sind die Ferkel direkt von der Milchproduktion der Sau abhängig. Produziert diese keine oder zu wenig Milch, beginnen die Ferkel zu kümmern und die Verluste steigen an. Deshalb sollte jeder Sauenhalter eine Strategie entwickeln, um alle Sauen regelmäßig und standardisiert zu kontrollieren, damit keine Sau mit MMA übersehen wird.

Fieber messen als ersten Schritt

Insbesondere eine erhöhte Körpertemperatur gibt den Tierbetreuern erste Hinweise. So hat sich in vielen Ferkel erzeugenden Betrieben das "Fiebermessen" in den ersten drei Tagen nach der Abferkelung bei allen Sauen etabliert. Doch hier gilt zu beachten "Fieber ist nicht gleich Fieber". Oft wird ein Grenzwert von 39,5 °C als Entscheidungskriterium angenommen. Eine aktuelle Untersuchung identifizierte über eine kontinuierliche Messung der Vaginaltemperatur bei Sauen in der ersten Woche nach der Abferkelung Faktoren, die Einfluss auf die Körpertemperatur haben.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 35/2015 auf Seite 46 und 47. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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