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Tier

Schafhaltung: Hütehunde beschützen Schwarzköpfe

Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
12.11.2015

Jan und Meike Tüllmann bewirtschaften in Pannecke, Kreis Lüchow-Dannenberg, eine Schäferei mit 500 Mutterschafen plus Nachzucht im Vollerwerb. Herdenschutzhunde sollen den Wolf abschrecken.

Der gelernte Landwirt und Straßenbauer Tüllmann (33) beschäftigt sich seit dem fünften Lebensjahr mit Schafen und hat sich 2010 mit 200 Muttern und 67 ha Deichfläche selbstständig gemacht. Inzwischen bewirtschaftet er 127 ha Deich und 15 ha Grünland, alles Pachtflächen. Nach und nach wurde bis zur heutigen Größe aufgestockt. Der Schäfer schwört dabei auf Schwarzköpfe; sie sind sowohl für die Koppel- und Hütehaltung gut geeignet, sind widerstandsfähig und mit einem guten Fundament ausgestattet.Derzeit werden vom Betrieb acht Zuchtböcke eingesetzt, alle über Auktionen erworben. Auswahlkriterien für den leidenschaftlichen Schäfer sind dabei Länge, gute Bemuskelung, Marschfähigkeit und eine gute Futterverwertung. Derzeit gibt es 1,5 Lämmer pro Mutterschaf. Erst voriges Jahr startete Tüllmann mit der Herdbuchzucht und will jetzt seine Herde nach und nach züchterisch verbessern.

Folienställe für bis zu 300 Tiere

Von Oktober bis Februar betreibt der Schäfer mit seinen Tieren eine Wanderschafhaltung auf Ackerflächen im Umkreis von 40 km, im Februar und März ist Ablammzeit. Dafür stehen zwei Folienställe für insgesamt 250 bis 300 Tiere zur Verfügung, es ist die absolut günstigste Lösung für die acht bis zehn Wochen. In der übrigen Zeit gibt es eine Koppel- und Hütehaltung auf dem Deich. Dabei bleiben die Tiere auch in der Nacht draußen. Zugefüttert wird im Sommer nicht, nur  die Lämmer werden mit Kraftfutter nachgemästet, um die Schlachtkörper zu optimieren. Fast alle Lämmer werden lebend über den Handel verkauft. Die Winterration besteht aus Grassilage, Heu und Kartoffeln.

Pyrinäen-Berghunde: herdentreu, wachsam, anspruchslos

Seit der Sichtung der ersten Wölfe in der Region hat Tüllmann Pyrinäen-Berghundewelpen gekauft, die Tag und Nacht in der Herde sind. Sie sind herdentreu, wachsam, anspruchslos, durchaus laut und verfügen vor allen Dingen über einen natürlichen Schutzinstinkt. Ursprünglich als Bewacher und Beschützer der Herden in den Bergen der Pyrenäen als reiner Hirtenhund gehalten, wurde dieser kräftige weiße Riese im 15. Jahrhundert erstmals urkundlich als Bewacher von Schlössern erwähnt. Ausgehend von seiner ursprünglichen Verwendung als Schutzhund gegen Raubtiere, zeigt der Pyrenäenberghund nach wie vor ausgeprägte Wachsamkeit. Seine imposante Größe tut ein Übriges, Feinde abzuschrecken. Er strahlt achtungsgebietende Ruhe und Souveränität aus.

Jeden Tag 1,5 ha eingezäunt

Schon vorher hatte der engagierte Schäfer Hütehunde, um die Schafe zu treiben. Die Herdenschutzhunde und ein Elektrozaun mit 1,05 m Höhe sollen den Wolf abschrecken, bisher mit Erfolg. Jeden Tag werden 1,5 ha eingezäunt, allein das dauert in der Fläche eineinhalb und am Deich drei Stunden. Gelegentlich wird tageweise auch mit Hütehunden gearbeitet, wenn der Aufwand zum Einzäunen ansonsten zu groß wird.

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