Login
Schweinehaltung

Schweine: Was Sie über Atemwegserkrankungen wissen sollten

Schweine-Atemwegserkrankungen-Schweinehalter-LWK-Niedersachsen
Dr. Ines Spiekermeier, LWK Niedersachsen
am
19.10.2017

Als Schweinehalter wissen Sie: Jetzt beginnt die Zeit der Atemwegserkrankungen bei Ihren Schweinen. Hier mehr über die Erreger, meist Influenza.

Die Herbstzeit stellt Schweinehalter vor besondere Herausforderungen: Es kann zu hohen Tag-Nacht-Schwankungen der Temperatur kommen. Schweinehalter sollten dann besonders auf eine passende Lüftungsführung im Schweinestall achten.

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie den Lüftungseinstellungen widmen. Gerade Ferkelaufzucht- und Masttiere sind häufig betroffen und der Schweinehalter steht vor dem Problem eines hustenden Bestandes.

Warum das passieren kann:

  • Die Erreger haben bei niedrigen Umgebungstemperaturen und fehlender direkter Sonneneinstrahlung höhere Überlebensraten.
  • Durch den deutlichen Unterschied der Temperatur zwischen Tag und Nacht entsteht schnell ein Temperaturabfall von mehreren Grad in wenigen Stunden. Kritisch ist dabei ein mögliches Auftreten von Zugluft. Im Winter sollten Luftgeschwindigkeiten von 0,2 m/s nicht überschritten werden.
  • Wird daraus resultierend aber die Luftaustauschrate bei niedrigen Außentemperaturen gedrosselt, findet ein geringerer Luftaustausch pro Zeit statt. Keime sowie Schadgase haben dann verbesserte Chancen, in der Tierpopulation Schaden anzurichten.

Influenzaviren bei Schweinen mit Atemwegserkrankungen besonders häufig

    Einer der am häufigsten auftretenden Erreger ist das Influenzavirus. Influenza ist

    • eine hoch ansteckende Infektionskrankheit.
    • Sie kann durch gelöste Partikel in der Luft über mindestens 4 km übertragen werden.
    • Die Krankheit nimmt meist einen akuten Verlauf.

    Die in der deutschen Schweinepopulation vor allem auftretenden Untertypen - auch Subtypen genannt - gehören alle zum Influenza Virus Typ A und sind H1N1, H1N1 (pandemisch), H3N2 und H1N2.

    Influenzaviren mit hoher Mutationsrate

    Influenzaviren haben folgende wichtige Eigenschaften:

    • Die Erreger bevorzugen zwar bestimmte Wirte, eine Übertragung beispielsweise zwischen Mensch, Vogel und Schwein ist aber möglich.
    • Durch eine „Kombination“ verschiedener Subtypen können neue rekombinante Typen entstehen.
    • Dies wird durch die hohe Mutationsrate des Virus zusätzlich begünstigt. Influenzaviren gehören zu den  Viren, die häufigen Veränderungen unterliegen.

    Auch Atemwegserkrankungen bei Schweinen mit schleichendem Verlauf

    Beim Schwein wurde in den vergangenen Jahren neben den klassischen, akuten Verläufen von Atemwegserkrankungen auch von schleichenden Verläufen berichtet.

    Neben der wichtigen Diagnostik muss immer für den Einzelfall entschieden werden, ob und wenn ja, wie der Bestand am sinnvollsten therapiert werden kann.

    Nach einer überstandenen Influenzainfektion bilden die Tiere zwar eine Immunität aus, diese hält aber nur einige Monate. Zudem ist sie stark subtypspezifisch und schützt deswegen nicht vor einer Erkrankung durch andere Influenzasubtypen.

    Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 42/17. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

    Elektronische Ohrmarken in der Schweinehaltung

    Auch interessant