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Kommentar

Schweinemäster ärgern sich über Hauspreise

Schweine geschlachtet
Dr. Frank Greshake, LWK Nordrhein-Westfalen
am
12.02.2019

Mastschweine sind knapp. Trotzdem verkündeten die großen Schlachthöfe letzte Woche Hauspreise – zum Ärger der Schweinemäster.

Hauspreise gibt es immer mal und nicht immer sind die Schlachtunternehmen schuld – auch Preismeldungen der "Grünen Seite" können mal danebengehen.

Aber die Vorgehensweise der "Roten Seite" vergangene Woche ging gar nicht!

Massiv übergewichtige Schweine ins neue Jahr geschoben

Ein Blick zurück: 17 Wochen meldete die VEZG (Vereinigung der Erzeugergemeinschaften) bis Ende Januar ununterbrochen 1,36 €/kg Schlachtgewicht. Anfang Dezember wäre ein ganz leichtes Plus drin gewesen – aber Mehrheitsmeinung auf beiden Seiten war: Preis stehen lassen – dann aber auch über die wenigen Schlachttage ab dem 20. Dezember.

Zum Jahresende war dann klar: Es würden massiv übergewichtige Schweine in das neue Jahr geschoben. Also hieß die Devise: Preis noch mal stehen lassen. Das war bis Mitte Januar deutlich zum Vorteil der Mäster, danach eher zu ihrem Nachteil, unter dem Strich aber noch in Ordnung.

Schweine mit deutlichen Preisaufschlägen gehandelt

Ende Januar wurden die Schweine richtig knapp, noch knapper als erwartet. Die "Grüne Seite" hielt ihr Wort und wurde von den Schlachtbetrieben täglich daran erinnert. Die kommende Preiserhöhung dann eher deutlich – so der Tenor aus Schlachthausen – damit man gegenüber den Abnehmern im Fleischbereich ein Argument habe.

Die Schweine wurden zum Teil mit deutlichen Preisaufschlägen auch von denen gehandelt, die auf stabile Preise pochten!

Moderate Preiserhöhung signalisiert

Vergangene Woche Dienstag hieß es dann von einigen großen Schlachthöfen, mit Blick auf schwache Fleischgeschäfte und fehlende Margen seien höhere Preise nicht drin. Andere große Player der Schlachtbranche signalisierten Zustimmung zu einer moderaten Preiserhöhung.

Trotz hoher Kurse im freien Handel meldeten die VEZG-Preismelder dann nur ein Plus von 4 Cent – das Allerunterste, was man im Hinblick auf das schwache Angebot melden konnte.

Enttäuschung und Ärger der Mäster riesengroß

Und dann verkünden die "Großen" Hauspreise, zum Teil auch jene, die zuvor Zustimmung zu einem moderaten Plus signalisiert hatten. Die Enttäuschung und Ärger der Mäster ist riesengroß. Unter den VEZG-Preismeldern war von Wortbruch die Rede.  Nie zuvor ist so viel Porzellan zerscheppert worden.

Wer will denn jetzt noch mit wem über Preise reden, wenn er erst die Prügel von den Landwirten wegen deren Meinung nach zu niedrigen Preismeldungen bezieht und später die nächste Prügel bekommt, weil er die Hauspreise verkünden muss?

Schweinebranche: Nerven liegen blank

Zu loben sind viele Mittelständler, die sich trotz nicht durchsetzbarer höherer Fleischpreise vergangene Woche an die VEZG-Notierung halten. In dieser speziellen Konstellation hätten die Großen der Branche auch ein Plus mittragen müssen. Auch wenn der Lebensmittelhandel sich weiter sperrt und auch auf die Gefahr hin, in dieser Woche vielleicht wieder nach unten korrigieren zu müssen.

So aber liegen jetzt bei allen in der Branche die Nerven blank. Nerven, die man dringend noch braucht für Diskussionen mit Tierschützern, für Gespräche mit Politikern über das verschärfte Düngerecht und angesichts eines Lebensmittelhandels, der weiter auf Preiskampf setzt.

Clemens Tönnies forderte auf den Agrarunternehmertagen, sich an der Geflügelbranche ein Beispiel zu nehmen, weil die mit einer Stimme spricht. In der der Schweinebranche herrscht derzeit eher das Motto “Alle gegen alle“.

Hätten Sie's gewusst: 25 Fakten zu Schweinen

2Milliarden
Rekordwurf
Dienstschwein
44Zaehne
Domestikation
Fleischkonsum
Afghanistan
Trueffelschwein
Daenemark
BigBill
Hannibal
Australien
Babe
Konsum
Bahamas
Museum
Tierkreis
Saudumm
Hybriden
Dope
Warzenschwein
Churchill
Schiffbruch
Farmerkiller
Meerschwein
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