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Schafe & Ziegen

Spitzentiere aus Niedersachsen

von , am
04.03.2014

In Berlin fand kürzlich die fünfte Bundesschau Landschafe der Vereinigung Deutscher Landesschaf-zuchtverbände (VDL) statt. Knapp ein Viertel der 422 Ausstellungstiere kamen aus Niedersachsen.

Die Züchtersammlung der Weißen Hornlosen Heidschnucken von Teerling wurde Bundessieger und Regionenchampion. © Gerdes
Auf der Bundesschau zeigte sich Niedersachsen besonders erfolgreich. 19 niedersächsische Züchter hatten insgesamt 100 Zuchtschafe aus zwölf verschiedenen Rassen und aus vier Regionen angemeldet.

Moor und Heide: Bentheimer Landschaf, Graue Gehörnte Heidschnucke, Weiße Gehörnte Heidschnucke, Weiße Hornlose Heidschnucke.
Mittelgebirge: Coburger Fuchsschaf, Rhönschaf.
Küste: Rauhwollige Pommersche Landschafe.
Ausland: Ouessantschaf, Romanow, Herdwick, Kamerun, Jakobschaf.

Neben den Einzeltieren wurden auch Züchtersammlungen, bestehend aus einem Bock und zwei Mutterschafen, und Verbandssammlungen, bestehend aus zwei Böcken und vier Mutterschafen, gerichtet. Erfolgreiche Züchter wurden mit Plaketten und Preismünzen des Landwirtschaftsministeriums, des Bauernverbandes der LWK und der VDL ausgezeichnet.
Besonders erfolgreich waren die Züchter des Bentheimer Landschafes aus dem niedersächsischen Ursprungsgebiet. Die Verbandssammlung aus Weser-Ems siegte überlegen vor der westfälischen Kollektion. Melbaum aus Haselünne, der erfolgreichste Züchter der Bundesschau 2010, dominierte die Konkurrenz bei den weiblichen Tieren und stellte beide Bundessieger (alt und jung). Noch erfolgreicher war Schmitz aus Werpeloh, der den Titel des Bundessiegers im Wettbewerb der Züchtersammlungen erreichte. Sein zweijähriger Zuchtbock Pergamon konkurrierte noch mit den Bundessiegern der anderen Rassen der Region Heide und Moore und wurde Regionenchampion und zusätzlich Reserve-Bundeschampion. Dieser züchterische Erfolg wurde mit der Silbernen Plakette des Bundesministeriums belohnt.

Die gleiche Auszeichnung erhielt der Zuchtbetrieb Teerling aus Sulingen. Seine Siegersammlung der Rasse Weiße Hornlose Heidschnucke wurde bei starker Konkurrenz Regionenchampion. Außerdem stellte Teerling bei den Böcken den Bundessieger und zwei weitere Tiere aus seinem Bestand erreichten eine Ia-Platzierung bzw. den Titel des Wollsiegers. Er bekam hierfür die Silberne Plakette der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auch der weibliche Bundessieger dieser Rasse kam aus einem niedersächsischen Züchterstall und wurde von Deharde aus Karlshöfen präsentiert.

Sehr gute Heidschnucken

Weiße Gehörnte Heidschnucken wurden von drei Züchtern zur Bundesschau geschickt. Ein Klassensieger und die Bundessiegersammlung kamen aus dem Züchterstall von Heftrich-Beckers, Wittmund. Dafür wurde sie mit der Silbernen Plakette des Landwirtschaftsministeriums belohnt. Bedeutend größer war die Konkurrenz bei den Grauen Gehörnten Heidschnucken. Sieben Züchter aus vier Landesverbänden schickten Einzeltiere und Sammlungen in den Wettbewerb. Die Züchter Fischer aus Wietze und Oehlers aus Lauenbrück stellten jeweils einen Bundessieger. Das Schaf von Oehlers wurde außerdem zum Wollsieger erklärt.

Nicht weniger erfolgreich waren die hiesigen Fuchsschafzüchter. Die Züchter Wachtendorf, Tannenhausen, und Avramut-Lampe, Jade, präsentierten beide Bundessieger und das Schaf von Wachtendorf wurde zusätzlich Regionenchampion. Damit konnte er seinen großartigen Erfolg der vergangenen Bundesschau wiederholen. Der Züchter wurde mit einer Silbernen Plakette des BMEL geehrt.

Avramut-Lampe erhielt eine Auszeichnung des DBV und eine Plakette der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Erstmalig nahm Avramut-Lampe auch mit Rhönschafen an einer Bundesschau statt, konnte sich aber nicht auf vorderen Plätzen platzieren.

Das größte Kontingent der Bundesschau verzeichnete die Rasse Rauhwolliges Pommersches Landschaf. Höller aus Rinteln hatte fünf Tiere angemeldet. Bei starker Konkurrenz erreichte sein dreijähriger, selbst gezogener Zuchtbock den Titel des Wollsiegers.
In der Gruppe der ausländischen Rassen hat sich die Rasse Ouessantschaf in wenigen Jahren von Holland ausgehend über das Weser-Ems-Gebiet bis in die neuen Bundesländer ausgebreitet. Zum dritten Mal beteiligten sich Züchter dieser Rasse am Wettbewerb. Der Züchter Bergmann aus Scharrel stellte ein Ia-Schaf und erreichte den Titel des Bundessiegers bei den Böcken und im Sammlungswettbewerb. Dafür erhielt er die Silberne Plakette des Landwirtschaftsministers.

Der Züchterkollege Kampen, Saterland, präsentierte ebenfalls einen Klassensieger. Die Romanowschafe der Bundesschau kamen vom Zuchtbetrieb Barz aus Hambergen. Sein vierjähriger Zuchtbock wurde Bundessieger und Wollsieger und im Wettbewerb mit den Siegern der weiteren ausländischen Rassen zum Regionenchampion erklärt.
Die Züchterin Hennes aus Hatten hatte sechs Kamerunschafe zur Bundesschau angemeldet. Ein fünfjähriges, sehr harmonisches Tier aus ihrer Zucht wurde Bundessieger und im Wettstreit mit den weiteren Rassen Regionenchampion. Der züchterische Erfolg wurde mit der Bronzenen Plakette des BMEL belohnt.

Seltene Rassen vertreten

Immerhin drei Züchter nahmen mit der in Deutschland seltenen Rasse Jakobschaf am Wettbewerb teil. Böcke und Schafe sind in der Regel gescheckt und  imponieren durch die großen Hörner.

Besonders auffallend sind Tiere mit vier oder gar sechs Hörnern. An den Tieren der Züchterin Foester-Dalchow kam die Konkurrenz nicht vorbei. Sie hatte die beiden Klassensieger und den Wollsieger und stellte damit auch den Bundessieger. Ihre Züchtersammlung wurde Reserve-Bundessieger, wofür sie die Goldene Preismünze der Landwirtschaftskammer bekam.

Zum zweiten Mal auf einer Bundesschau vertreten und beliebtes Fotomotiv war die Rasse Herdwick des Züchters Reinhardt aus Wulsbüttel. Die Rasse mit skandinavischem Ursprung wird heute in den nördlichsten Bergregionen Englands gehalten und gilt als hart und widerstandsfähig. Erstmals konnten Züchter vom Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems im vergangenen Jahr Coburger Fuchsschafe nach England exportieren.

Die niedersächsischen Züchter stellten in der Einzeltierkonkurrenz 20 der insgesamt 60 ausgezeichneten Bundessieger/Wollsieger und darüber hinaus drei der zehn  Regionenchampion. Nicht minder erfolgreich waren sie im Sammlungswettbewerb, wo viermal der Titel Bundessieger erreicht wurde.
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