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Betäubungslose Kastration

Süddeutsche Schweinebranche fordert Aufschub

Pressedienst
am
22.04.2016

Mit einer Onlinepetition will die süddeutsche Schweinebranche jetzt das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration aussetzen. Zunächst müssten praxistaugliche Alternativen entwickelt und evaluiert werden.

Mit einer Petition will die süddeutsche Schweinebranche jetzt gegen das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 vorgehen. Es soll so lange ausgesetzt werden, bis es praxistaugliche Methoden zur Betäubung und Schmerzausschaltung für die Kastration gibt.

Evaluation muss sein

Das Gesetz beinhaltet, dass es im Laufe des Jahres 2016 einer Evaluation unterzogen wird. Hierbei soll geklärt werden, ob und welche praktikablen Alternativen es zur betäubungslosen chirurgischen Kastration gibt.

Folgende Alternativen zur betäubungslosen chirurgischen Kastration werden laut Gesetz angeführt:

  • Ebermast,
  • die Impfung gegen Ebergeruch und
  • eine Betäubung der Ferkel, mittels Isofluran-Gas.

Bisherige Alternativen noch nicht praxistauglich

    Die Erzeugerringe Baden-Würtemberg weisen in einem Schreiben an ihre Mitglieder darauf hin, dass ihrer Meinung nach keine der drei Methoden eine praktikable Alternative zum jetzigen Vorgehen darstellt.

    Die freiwillige Verpflichtung zur Schmerzmittelgabe, wie QS es verlangt, sei laut Studien eine Schmerzminderung, die eine sinnvolle Maßnahme bei der Kastration darstellt.

    Momentan geltende Übergangsfrist soll verlängert werden

    Um dieser Evaluation Nachdruck zu verleihen und auch die Bedeutung für unsere bäuerliche Landwirtschaft zu unterstreichen, haben Ringberater und Vorstände süddeutscher Erzeugerringe eine Petition gegen das Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht.

    Damit soll erreicht werden, dass die momentan geltende Übergangsfrist verlängert wird, bis praxistaugliche und tierfreundliche Betäubungsmittel für Schweine erforscht und zugelassen sind.

    Schweinehalter wollen fairen Wettbewerb

    Die Ringberater und Vorstände der Erzeugerringe fordern in der Petition:

    • gleiche Wettbewerbsbedingungen für Schweinehalter innerhalb Deutschlands und der EU,
    • keine durch freiwillige Vereinbarungen der Wirtschaft und nationale Alleingänge erzwungene Eberquälerei,
    • stärkere Förderung der Erforschung geeigneter Betäubungs- und Schmerzmittel für Ferkel,
    • Aussetzen des Verbots der betäubungslosen Kastration bis zur Entwicklung praxistauglicher Methoden zur Betäubung und Schmerzausschaltung für die Kastration von Ferkeln.

    Den genauen Wortlaut der Petition und den Link zur Seite des dt. Bundestages finden Sie unter:

    http://www.lkvbw.de/aktuelles_ringe.html

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