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H5N8-Epidemie

Vogelgrippe-Gefahr: Stallpflicht erneut ausgeweitet

Hausgänse im Auslauf
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
16.11.2016

Immer noch besteht in Niedersachsen für Geflügel das Risiko einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus H5N8. Ab heute verordnen weitere Landkreise die Stallpflicht.

In mehr als der Hälfte der niedersächsischen Landkreise gilt inzwischen wegen des Risikos einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus H5N8 die Stallpflicht für Geflügel. Ab heute gilt das sogenannte Aufstallungsgebot auch in folgenden Landkreisen:

  • Friesland,
  • Wittmund,
  • Wesermarsch und
  • der kreisfreien Stadt Wilhelmshaven.

Betroffen sind dort 640. 000 Tiere, von denen aber rund 85 Prozent ohnedies in Ställen untergebracht sind.

    Mit Material von dpa

    Auch kleinere Betriebe verpflichten

    Auch kleinere Betriebe sollen künftig verpflichtet werden, Biosicherheitsmaßnahmen zu treffen. Der Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums Jens Urban erklärte gestern, dass Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt noch in dieser Woche eine Eilverordnung erlassen werde. Die notwendigen Maßnahmen würden risikobasiert an die Möglichkeiten der kleineren Haltungen angepasst. Bisher gelten diese Vorgaben nur für Betriebe mit mehr als 1.000 Stück Geflügel.

    Krisenstab definiert Maßnahmen zur Biosicherheit

    Die Ausweitung der Biosicherheitsmaßnahmen für kleinere Betriebe entspricht auch dem Beratungsergebnis der Task Force Tierseuchenbekämpfung. Die Task Force Tierseuchenbekämpfung hatte gestern unter Vorsitz des Bundes getagt. Der Zentrale Krisenstab Tierseuchen hatte den Auftrag erteilt, die Maßnahmen zur Abwehr der Geflügelpest in den Ländern abzustimmen.

    Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Länder risikoorientiert Gebiete festgelegt haben, in denen die Aufstallung des Geflügels verfügt wird. Diese Gebiete können ganze Länder umfassen, wie z.B. in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, oder spezifische Gebiete, wie z.B. die Uferzonen von großen Gewässern.“

    Beispiele für Biosicherheitsmaßnahmen sind:

    • keine unbefugten Personen in den Stall lassen,
    • der Tierhalter soll Schutzkleidung tragen (insbesondere Schuhe und Kittel), um nichts einzuschleppen,
    • Möglichkeit zum Waschen und zur Desinfektion der Hände und der Stiefel sollen vorhanden sein.

    Ende der Vogelgrippe-Epidemie nicht in Sicht

    In insgesamt fünf Bundesländern wurden bisher infizierte Wildvögel gefunden. Ein Ende der Nachweise ist nicht in Sicht. Der Erreger gilt als ungefährlich für Menschen, ist aber eine erhebliche Bedrohung für Hausgeflügel. In Deutschland war die H5N8-Variante der aktuellen Epidemie erstmals am 8. November nachgewiesen worden.

    Am Samstag war bundesweit erstmals in einer Massentierhaltung die gefährliche H5N8-Variante nachgewiesen worden. Alle 30.000 Hühner des Betriebes in Grumby (Schleswig-Holstein) waren getötet worden. In Dänemark wurden mehrere Hunderttausend Eier aus dem Betrieb vorsichtshalber vernichtet.

    In Ungarn sind immer mehr Ortschaften von Vogelgrippe-Ausbrüchen in Geflügelbetrieben betroffen. Die hochansteckende H5N8-Variante sei in drei weiteren Gemeinden nachgewiesen worden, insgesamt seien es damit fünf, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf das ungarische Amt für Lebensmittelsicherheit (Nebih).

    Einige Länder, darunter Kanada, Israel und Serbien, haben bereits Einfuhrbeschränkungen für Geflügel aus Ungarn erlassen. Tausende Tiere aus betroffenen Beständen wurden in den vergangenen Tagen vorsorglich getötet.

     

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