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Geflügelgrippe

Vogelgrippe in Niedersachsen: Übertragung weiter unklar

Mastputen im Stall
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
21.03.2017

Im Kreis Cloppenburg hält sich die Vogelgrippe besonders: Dort sind in den vergangenen Tagen erneut Fälle aufgetreten. Experten rätseln über die Gründe.

Erst am Sonntag war in der Gemeinde Garrel ein Betrieb mit 5.300 Legehennen betroffen, nachdem am Freitag in derselben Gemeinde bei drei Betrieben Geflügelgrippe in Putenställen festgestellt worden war.

"Die Situation ist besorgniserregend", sagte der Vorsitzende des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes und Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke. Der Verband wolle nun die Biosicherheitsmaßnahmen für Enten- und Putenbetriebe verschärfen.

Warum ist ausgerechnet der Landkreis Cloppenburg so stark betroffen?

Eine klare Antwort haben die Experten nicht. Fest steht: Die Tierdichte ist extrem hoch. 13,2 Millionen Stück Geflügel werden in dem Landkreis gehalten, sagt Kreissprecherin Sabine Uchtmann. "Es trifft uns wohl auch deshalb so stark, weil hier die Zahl der Ställe so hoch ist."

Bislang wurden in dem Landkreis 400.000 Tiere getötet. Vor allem Putenställe waren betroffen. Puten werden in relativ offenen Ställen gehalten, damit die Luft gut zirkulieren kann.

Auch das Stroh wird regelmäßig getauscht. Dabei werden die Ställe geöffnet, sagt Silke Klotzhuber vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Auch sind die betroffenen Ställe dicht benachbart.

Mögliche Übertragung der Vogelgrippe von Stall zu Stall

Darauf gibt es zwar Hinweise, es ist aber noch nicht bewiesen, heißt es dazu aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover. Experten, unter anderem vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems, forschen nach einer Antwort.

Auch Futter-Ströme und andere mögliche Kontakte zwischen den Ställen werden unter die Lupe genommen. "Wir untersuchen das und nehmen es sehr ernst", sagt ein Sprecher des Ministeriums.

Vorerst keine Wiedereinstallung von Geflügel

Der Landkreis hat zwölf Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete eingerichtet. Darin befinden sich 786 Geflügel haltende Betriebe mit 5,3 Millionen Tieren.

Der Kreis hat die Wiedereinstallung von Geflügel in den betroffenen Gebieten für vier Wochen verboten mit dem Ziel: Die Zahl der Tiere wird verringert und damit auch das Risiko einer Infektion.

Vogelgrippevirus anfällig gegen UV-Strahlen

Der Geflügelwirtschaftsverband will die schon sehr hohen Auflagen zur Biosicherheit verschärfen. Der Infektionsdruck sei so hoch, dass man sich mit den bisherigen Maßnahmen nicht gegen die Krankheit wehren könne, sagt Ripke.

Allgemein hoffen die Experten und Landwirte auf wärmeres, sonnigeres Frühlingswetter: Der Virus gilt als anfällig für UV-Strahlung.

Mit Material von dpa
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