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Milchpreisvergleich

Vorsprung der Bio-Milch mit neuem Rekord

Milchkuh aus Plastik steht auf Euroscheinen
Dr. Kerstin Keunecke AMI
am
27.07.2017

Die Preise für ökologisch erzeugte Milch konnten sich im vergangenen Jahr nicht nur behaupten, viele Molkereien haben ihre Auszahlungsleistung sogar angehoben.

Die Krise am konventionellen Milchmarkt ging 2016 an den Bio-Milchviehbetrieben größtenteils vorbei. Der Abstand zur konventionell erzeugten Milch erreichte einen neuen Höchststand, weil viele Molkereien ihre Auszahlungsleistung sogar angehoben haben. Damit stieg der AMI-Vergleichspreis 2016 um rund 0,3 Cent auf 48,50 Cent/kg.

Anders im konventionellen Bereich - dort sind die Preise, das zweite Jahr in Folge, kräftig gesunken. Damit ist der Abstand zwischen beiden Milcharten mit rund 22 Cent/kg auf ein neues Rekordniveau gestiegen: Im langfristigen Vergleich war das Ergebnis 2016 das dritthöchste für Bio-Milch seit der Jahrtausendwende.

Alle Preisangaben im folgenden Text beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt, auf eine Milch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß sowie eine Jahresanlieferung von 150 t. Nahezu alle Molkereien haben ihre Auszahlungsleistung für Bio-Milch mehr oder weniger angehoben.

Zum Teil mehr als 50 Cent für Biomilch

Den größten Aufschlag gab es bei der Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH mit 2,8 Cent/kg. Nur in wenigen Fällen konnte das Preisniveau vom Vorjahr nicht gehalten werden. Dies war teils im Osten und im Westen der Republik der Fall.

Die Preise bewegten sich bundesweit in einer Spanne von 45,82 bis 51,59 Cent/kg in der Mengenklasse von 150 t/Jahr. Allerdings ist zu beachten, dass die Bio-Verbände unterschiedliche Anforderungen stellen und dies dementsprechend honoriert wird.

Demeter-Bio-Milcherzeuger erhalten 1 Cent Aufschlag

In der Regel gibt es für Bio-Milcherzeuger, die nach Demeter-Kriterien wirtschaften, einen Aufschlag von 1,0 Cent. Bei der Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken eG ist dieser bereits mit dem Basispreis abgegolten. Sie zahlte für Demeter-Milch 51,59 Cent/kg.

Auch die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG lagen mit dem Preis für Demeter-Milch über der 50-Cent-Marke. Bei der Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH erhielten dies auch Bio- und Naturlandbetriebe. In der Mengenklasse von 150 t/Jahr bewegten sich ansonsten alle anderen darunter.

Im Norden und Osten, wo diese Klasse wenig Bedeutung haben dürfte, zahlten die Molkereien für 2.000 t/Jahr zwischen 46,48 Cent/kg bei der Gläsernen Meierei GmbH und 49,07 Cent/kg bei B.M.G. Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft mbH.

Der deutliche Preisunterschied zwischen den beiden Milcharten veranlasste viele Milchviehhalter, ihre Produktion umzustellen. Dadurch stieg das ökologisch erzeugte Rohstoffaufkommen in Deutschland laut amtlicher Statistik um 8,5 % auf 795 Mio. kg.

Biomilch-Aufkommen im aktuellen Jahr gestiegen

Im aktuellen Jahr ist das Aufkommen an Bio-Milch, aufgrund vieler Umsteller, gestiegen. Trotzdem haben sich die Preise für ökologisch erzeugte Milch 2017 weiter auf hohem Niveau bewegt.

Basierend auf den AMI-eigenen Daten lag das bundesweite Mittel für ökologisch erzeugte Milch in den ersten fünf Monaten von 2017 bei 49,0 Cent/kg und damit um knapp 0,5 Cent höher als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Eine Tabelle mit dem Milchpreisvergleich 2016 von der AMI können Sie hier herunterladen...

Mehr zum Thema Milchpreisvergleich auch für den konventionellen Bereich lesen Sie in der LAND & Forst 30/17 ab Seite 14. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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