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Pferdehaltung

Weidegras ist im Sommer wichtige Futtergrundlage

Pferde-Weidehaltung
Ulrike Struck
am
21.05.2019

Grünland gehört zu den Hauptfutterquellen, besonders für Aufzucht- und Zuchtpferde. Aber auch Reitpferde genießen den Platz und die Möglichkeit der selektiven Futteraufnahme. Gern gefressen werden z.B. deutsches Weidelgras, Wiesenschwingel, Wiesenlieschgras und Wiesenrispe.

Für Jungpferde und Zuchtstuten ist das Weidegras im Sommer oft die alleinige Futtergrundlage. Dazu passt auch das Verhältnis von verdaulichem Rohprotein zu verdaulicher Energie. Die Tabelle  zeigt, welches Verhältnis für die verschiedenen Pferdegruppen optimal ist.

Mineralstoffe nicht vergessen

Der Gehalt an Mineralstoffen im Gras ist unter anderem abhängig von der Zusammensetzung der Grasnarbe, der Bodengüte, der Düngung und der Nutzungsintensität. Sinnvoll ist der Einsatz eines Mineralfutters. Zumindest sollte ein Salzleckstein oder Mineralleckstein zur Verfügung stehen. Mit einem Kunststoffbottich (lebensmittelecht), Größe ca. 60 cm Durchmesser, können zum Beispiel hochtragende Stuten auf der Weide zugefüttert werden. Bei ausreichender Anzahl der „Futterstationen“ kann so ein Mischfutter mit entsprechender Mineralergänzung die Versorgung der Stuten sicherstellen.

In kleinen Portionen

Das Verdauungssystem der Pferde ist aufgrund des kleinen Magens auf die Aufnahme vieler kleiner Futterportionen angewiesen. Die Weidefütterung kommt dieser Forderung entgegen.
Für Robustrassen kann eine gut geführte Weide bereits zu viel an verdaulichem Rohprotein bzw. verdaulicher Energie aufweisen. Fruktane, leicht verdauliche Zucker, können in Verbindung mit geringen Rohfasergehalten gerade bei diesen Pferdegruppen zum Beispiel Hufrehe verursachen.

Pferdefütterung

Der Wechsel von der Stall- auf die Weidefütterung sollte möglichst nicht von einem Tag auf den anderen erfolgen. Der Magen-Darm-Trakt muss sich von der relativ trockenen, rohfaserreichen und stärkehaltigen Fütterung mit Heu, Silage und Kraftfutter erst auf die doch recht feuchte und rohfaserarme Fütterung mit dem frischen Gras umstellen. Man darf nicht vergessen, dass ein Kilo Weidegras 780 bis 850 g Wasser enthält.

Die vor allem im Dickdarm lebenden Bakterien sind gewöhnt an rohfaserreiche Nahrung. Bei Weidegras müssen auch sie sich umstellen. Allerdings ist ein zuerst stundenweises Anweiden nicht immer möglich. Dann bietet es sich an, auf der Weide noch rohfaserreiches Heu oder Stroh zuzufüttern.

Nicht am Platz sparen

Stute und Fohlen auf Weide

Ausreichend Fläche ist wichtig, damit die Pferde selektieren können und die Weide nicht zu tief verbissen wird. Optimal wäre, ihnen während der gesamten Vegetationszeit ein ähnlich zusammengesetztes Futter anzubieten. Wegen des unterschiedlichen Grasaufwuchses sollte die Besatzdichte der Weidefläche angepasst sein, zum Beispiel über eine Umtriebsweide. Hier bleiben die Pferde einige Wochen auf einer Fläche, bis sie dann auf einer frischen Fläche grasen können.

Kurze Fress- und lange Ruhezeiten fördern die Langlebigkeit der Grasnarbe. Regelmäßiges Nachmähen sowie eine kontrollierte Nachsaat helfen, die Verunkrautung zu begrenzen und die Qualität der Grasnarbe zu erhalten bzw. die Verbreitung unerwünschter Pflanzen zu verringern. Die Standweide ist ebenfalls gebräuchlich, dort verbleiben die Pferde über den gesamten Sommer.

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