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Tiergesundheit

Weser-Ems: Deutlich weniger Antibiotika abgegeben

Injektionsspritze an einem Schwein.
AgE
am
20.09.2017

Auch in Niedersachsens Weser-Ems-Region mit deutschlandweit höchsten Antibiotika-Abgabemengen ist das Niveau der Abgaben an Tierärzte 2016 weiter gesunken.

Die Abgabemengen von Antibiotika und deren Einsatz in deutschen Ställen hat sich 2016 weiter verringert. Dies berichteten sowohl das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als auch QS.

Das BVL erfasst die Abgabemengen an Tierarztpraxen jeweils nach Postleitzahlen getrennt. In den vergangenen Jahren stand insbesondere die Veredlungsregion Weser-Ems in der Kritik, weil hier die höchsten Abgabemengen an Antibiotika zu verzeichnen waren.

Auf deutlich niedrigerem Niveau gilt das auch bei den aktuellen Zahlen. Das Postleitzahlengebiet 49 (Weser-Ems-Region) liegt als einziges Gebiet noch bei einer Abgabemenge von 100-500 t.

Eine Übersicht über die Abgabemengen an Antibiotika in ganz Deutschland können Sie hier herunterladen...

Große Nutztierarztpraxen in Weser-Ems

Die Tatsache, dass in der Region Weser-Ems viele Tiere gehalten werden, ist jedoch nicht alleiniger Grund dafür.

In der Weser-Ems-Region sind große Nutztierarztpraxen ansässig, die überregional tätig sind. Die Daten sagen nicht, wo die Antibiotika zum Einsatz kommen.

Deutschlandweit weniger Antibiotika für Tierärzte

Nach Angaben des BVL wurden 2016 insgesamt 742 t Antibiotika an die deutschen Tierärzte abgegeben. Das waren 63 t oder 7,8 % weniger als im Vorjahr.

Im Jahr der ersten Erhebung 2011 lag die Menge noch bei 1.706 t und ist seitdem um 964 t oder mehr als die Hälfte gesunken.Auch bei den „kritischen Antibiotika“ war gegenüber 2015 ein Rückgang festzustellen.

Auch Verwendung kritischer Antibiotika eingeschränkt

Nach Angaben von QS Qualität und Sicherheit hat sich die Einsatzmenge bei den QS-Schweine- und -Geflügelhaltern 2016 gegenüber 2015 um 62 t oder 11,4 % auf 486 t verringert. Noch stärker wurde laut QS die Verwendung der „kritischen Antibiotika“ eingeschränkt. Deren Anteil an den Verschreibungen lag bei nur 1,1 %.

"Kritische Antibiotika" sind besonders wichtig für die Therapie beim Menschen. Sie sollen deshalb bei Tieren möglichst restriktiv eingesetzt werden.

QS wies darauf hin, dass ihre Zahlen nicht mit denen des BVL vergleichbar seien. Die BVL-Daten enthielten die Abgabe aller Antibiotika an Tiere, also auch an Haustiere. QS erhebt die Daten nur von QS-Schweine- und -Geflügelbetrieben.

Mit Material von AgE

Elektronische Ohrmarken in der Schweinehaltung

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