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Bioferkel

Wirtschaftliche Aufzucht mit reinem Biofutter

© Mühlhausen/landpixel
Jürgen Beckhoff, aid
am
27.11.2015

Trenthorst - Eine Studie des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau zeigt: Die Aufzucht von Bioferkeln ist wirtschaftlich erfolgreich mit betriebseigenen Futterrationen aus 100 % ökologischer Erzeugung weitestgehend möglich.

Bioferkeln mit 100 % ökologisch erzeugtem eigenen Futter auch wirtschaftlich aufzuziehen, ist weitestgehend möglich. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst, die über drei Jahre hinweg verschiedene Fütterungsstrategien für Ferkel unter ökologischen Haltungsbedingungen geprüft haben. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN). Hintergrund der Studie ist die in der Regel begrenzte Proteinqualität ökologischer Futtermittel, mit denen das hohe Wachstumspotenzial von Ferkeln oft nicht optimal ausgeschöpft werden kann. Zudem sieht die EU-Ökoverordnung ab 2018 vor, dass Futtermittel in der ökologischen Tierhaltung zu 100 % aus ökologischer Erzeugung stammen müssen.

Tiere sieben Wochen gesäugt

Die Forscher untersuchten die Tageszunahmen, das Auftreten von Krankheiten und die Verlustraten von insgesamt 1.509 Ferkeln bei einphasiger Fütterung mit drei verschiedenen Futtermitteln. Dazu gehörte ein Zukauffutter mit nur 28 % hofeigenen Komponenten, das den einschlägigen Empfehlungen entspricht, ein 100 % Biostandard-Ferkelfutter mit 78 % hofeigenen Komponenten, das den Beratungsempfehlungen mit Einschränkungen folgt und das betriebsübliche Bio-Laktationsfutter mit 87 % hofeigenen Komponenten, das nach bisherigem Wissen die Versorgungsempfehlungen nicht erfüllt. Zusätzlich erhielten die Ferkel mit Kleegrassilage oder Stroh zwei verschiedene Raufutterarten zu jeder Kraftfuttervariante.


Alle Tiere wurden in der Untersuchung sieben Wochen lang gesäugt, statt der in der Praxis üblichen sechs Wochen. Bei allen Fütterungsvarianten lagen die täglichen Zunahmen insgesamt auf hohem Niveau. Am Ende des Untersuchungszeitraums nach 63 Tagen zeigte sich, dass die durchschnittlichen Tageszunahmen beim Zukauf- und Standardfutter mit 357 g/Tag identisch waren. Auch die Zunahmen beim Laktationsfutterrmittel fielen mit 343 g/Tag nur unwesentlich niedriger aus. Bezogen auf ein standardisiertes 20 kg-Ferkel entstanden zudem im Vergleich zum teuren Zukauffutter bei Standardfutter nur 57 % der Kosten, beim Laktationsfutter sogar nur 49 %.

Laktationsbedingungen wichtig

Da es in Bezug auf Krankheiten und Verluste keine Unterschiede zwischen den Varianten gab, empfehlen die Forscher den Einsatz des Standardfutters ohne Einschränkung. Für die Nutzung des Laktationsfutters müssen allerdings aus Sicht der Experten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So sollte die Säugezeit mindestens sieben Wochen betragen und die Sauenherde einen hoher Gesundheitsstatus aufzeigen.

Kleegrassilage gut angenommen

Obwohl sich in der Studie bezüglich der Raufutterwahl keine Unterschiede ergaben, empfehlen die Forscher Praktikern dennoch auf Kleegrassilage zu setzen, da es sehr gut von den Tieren angenommen wird. Die Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass die Fütterungsstrategie zur Säugezeit passen muss. So dürfe eine 100 %-Biofütterung, die bei siebenwöchiger Säugezeit gut funktioniere, nicht einfach bei sechswöchiger Säugezeit zum Einsatz kommen.

Alle Ergebnisse der Studie können Sie hier herunterladen...

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