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Wölfe in Niedersachsen

Wölfe verhindern Mutterkuhhaltung

Klaus von der Brelie
am
12.02.2016

Wietzendorf - Bauern in Wietzendorf (Heidekreis) schlagen Alarm: Durch die Ausbreitung der Wölfe verlieren sie immer mehr Rinder und geben ihre Weidetierhaltung auf. Die Landwirte fordern endlich Hilfe von den Politikern.

Alles wirkt so friedlich, ja idyllisch. Eine Gefahr durch Wölfe ist auf den ersten Blick nicht zu bemerken. Direkt neben dem Hof in Wietzendorf stehen gut zwei Dutzend Mutterkühe mit ein paar Kälbern. Aber die Tiere sind seit 2013 immer wieder, manchmal wöchentlich, in panische Angst geraten. Sie lassen sich auf der Flucht auch nicht von soliden Zäunen aufhalten.

Wölfe verstören Kühe

Der Eigentümer der Kühe, der seinen Namen nicht in der LAND & Forst lesen möchte, sagt: „Oft sind die Kühe so verstört, dass auch wir nicht mehr an sie herankommen. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll.“ Der Grund: Er hat unangenehme Erfahrung mit Wolfs-Liebhabern gemacht und legt auf weitere Konfrontationen keinen Wert.Eines weiß der Landwirt auf dem einsam gelegenen Hof im Moor ganz genau: Der Wolf habe das Unheil angerichtet und viel durcheinander gewirbelt, „dass hier jetzt so viele verstört sind, nicht nur die Tiere; auch die Menschen“. An zweien von drei Tagen ließen sich die Wölfe in der Nähe des Hofes blicken.

Wölfe laufen quer über den Hof

Scheu vor den Menschen hätten sie nicht, oft liefen die Wölfe quer über den Hof. Wer das nicht glauben möge, kenne nicht die Realität in Wietzendorf und umzu. Der Bauer hat Angst um seine kleine Enkeltochter, die jetzt nicht mehr allein auf dem Hof spielen darf. „Man weiß ja nie, wann das nächste Mal ein Wolf bei uns vorbeikommt.“

Wolfswelpen besonders neugierig

Er habe die Wölfe schon oft gefilmt, mal mit der fest installierten Wildkamera, mal mit dem Handy. Die Wölfe beobachten ihn beim Pflügen und nähern sich dem Trecker bis auf wenige Meter. „Die Welpen sind besonders neugierig, die gucken manchmal fast ein halbe Stunde lang zu.“

Drei Mutterkühe von Wölfen durch Kehlbisse getötet

Auf dem Hof im Moor sind bisher drei Mutterkühe von Wölfen angefallen und durch Kehlbisse getötet worden. Davon sind die Eigentümer fest überzeugt. In einem Fall wird das jedoch von den Behörden bestritten, obwohl auch hier DNA-Spuren auf einen Wolf hindeuten.

„Nachts hören wir immer wieder, dass Kühe in Todesangst schreien“, berichtet die Tochter des Bauern, „dann fahren wir sofort zu unserer Herde. Aber auf der 40 Hektar großen Weide treffen wir dann meist nur auf verstörte Muttertiere, die eine Wagenburg gebildet haben, um sich gegen die Wölfe zu schützen.“

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 6/2016 auf Seite 7. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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