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Rinderzucht

Der Züchter mit dem Kalb für 120.000 Euro

Familie Hintze
Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
18.02.2019

120.000 Euro für ein Kalb erhielt Familie Hintze aus Dünsche (Kreis Lüchow-Dannenberg) in 2018. Wir haben die Züchter besucht.

Monika, Jürgen und Dennis Hintze aus Dünsche im Kreis Lüchow-Dannenberg konnten es kaum fassen: Für den traumhaften Zuschlagspreis von 120.000 € erfüllte sich 2018 auf der Schau der Besten ein Züchter aus den Niederlanden einen Traum mit dem klangvollen Namen WEH Perfection.

Kalb mit spitzenmäßigem amerikanischen Zuchtwert

Es passte bei diesem Kalb einfach alles zusammen: Sie ist die weltweit höchste Gymnast-Tochter mit einem spitzenmäßigen amerikanischen Zuchtwert vor allem wegen dem Pedigree, ist im italienischen Zuchtschätzsystem Nr. 3 und krönt dies mit einem phänomenalen deutschen Zuchtwert von 160.

Im Gepäck hatte sie Embryonenverträge für 55.000 € als verkaufsfördernde Maßnahme. Tatsächlich wird es wohl keine Embryonen zu kaufen geben.

Europa-Sensation der Rinderzuchtszene

Familie Hintze hatte mit dem Kuhkalb das absolute Highlight der Auktion zum Verkauf angeboten. Die Halle kochte fast über, keiner konnte fassen, dass er Zeuge von diesem Ereignis werden durfte, viele Telefone glühten. Auktionsveranstalter Masterrind sprach von einer "Europa-Sensation der Rinderzuchtszene" und einem noch nie da gewesenen Preis in Deutschland.

Durch den hohen US-Zuchtwert hoffte Hinze schon auf einen guten Preis und hatte vielleicht 30.000 € für möglich gehalten. Aber an 120.000 € war natürlich nicht mal in den kühnsten Träumen zu denken.

Embryotransfer mit den besten Kühen

Der Landwirt aus dem Wendland ist durch und durch Züchter. Mit zehn Jahren hielt er schon Tauben, dann später Zwerghühner. Anfang der 1980er Jahre setzte er sich gegenüber seinem Vater durch und von da an gab es die Milchleistungsprüfung auf dem Hof.

Anfang der 90er Jahre ging es los mit Embryotransfer mit den besten Kühen und im Jahr 2000 wurde der erste Bulle Raute, ein Rudolf-Sohn aus der Kuh Belltone Gale, an eine Besamungsstation verkauft und hat 8.700 Töchter.

Auch Hofnachfolger maßgeblich beteiligt

Wichtig war Hintze immer hochwertiges Zuchtmaterial, die J-Familie läuft heute noch gut. Dazu gehören die Spitzenkuh Janin und der Jocke-Bessne-Sohn Jobes mit 11.000 Töchtern. Und Monika und Jürgen Hintze freuen sich, dass Hofnachfolger Dennis heute maßgeblich am Zuchtgeschehen beteiligt ist.

Ziel des Betriebs: Hohe Zuchtwerte

Hintzes Ziel sind damals wie heute hohe Zuchtwerte. In Zeiten der weltweiten genomischen Selektion sind Aufwand und Risiko groß und immer ist auch das Züchterglück entsprechend gefragt. So hatte der erfahrene Züchter sieben Gymnast-Kälber, alles Vollgeschwister, die sehr gut eingeschlagen sind. Und man muss auch schon mal viel Geld hinlegen, um sich eine neue Kuhfamilie aufzubauen.

Mehr über die Arbeit der Züchterfamilie und ihren Hof lesen Sie in der LAND & Forst 9/19.

LAND&Forst

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