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Wirtschaft & Unternehmen

Abschied von Heinrich Strautmann

von , am
27.03.2014

Mitte März verstarb der Seniorchef des Landmaschinenherstellers B. Strautmann & Söhne GmbH u. Co. KG, Dipl.-Ing. Heinrich Strautmann, nach einer längeren Erkrankung.

Erst vor ca. zehn Jahren schied Heinrich Strautmann aus der Geschäftsführung des Unternehmens, das er mit seinen beiden Brüdern Hermann und Bernhard aufgebaut hatte, aus und zog sich in den Ruhestand zurück. Interessiert begleitete er von dort weiterhin das Unternehmen und stand mit Rat und Tat zur Verfügung.
 
Geboren wurde Heinrich Strautmann am 26. März 1928 und wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf. Sein Vater, Bernhard Strautmann sen., erwarb 1930 ein kleines Handwerksunternehmen, das landwirtschaftliche Gerätschaften herstellte und schon zu der Zeit überregional verkaufte. Im Wesentlichen waren dies Handschlepprechen, Kartoffelquetschen sowie Rüben- und Strohschneider. Wie zu der Zeit üblich, waren Familie und Unternehmen intensiv miteinander verwoben und so wurde schon in frühen Jahren das Interesse von Heinrich Strautmann an technischen Fragestellungen geweckt.
 
Heinrich Strautmann besuchte das Gymnasium Laurentianum in Warendorf und legte dort nach dem Krieg das Abitur ab. In den letzten Tagen des Krieges wurde er noch einberufen und war im Alter von gerade einmal 16 Jahren als Luftwaffenhelfer dienstverpflichtet.
 
Nach dem Studium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen, das er 1954 mit dem Titel des Diplomingenieurs im Fachbereich Maschinenbau abschloss, trat Heinrich Strautmann in das elterliche Unternehmen ein und führte dies mit seinen beiden Brüdern weiter. Den ersten großen Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens setzte Heinrich Strautmann mit der Entwicklung eines Stalldungstreuers mit Seitenlader. Diese Maschine, die zur damaligen Zeit einen großen Beitrag zur Mechanisierung der Landwirtschaft beitrug, machte den Namen Strautmann, auch über die Grenzen des damaligen Deutschland hinaus, bekannt.
 
Während er zunächst die Konstruktion und Entwicklung begleitete, orientierte sich seine berufliche Tätigkeit später stärker in vertriebliche und kaufmännische Aufgabestellungen. Heinrich Strautmann baute nicht nur die deutsche Vertriebsmannschaft auf, sondern expandierte das Vertriebsnetz weiter in den europäischen Raum.
 
Dieses Vertriebsnetz ermöglichte Strautmann eine schnelle Marktdurchdringung mit dem Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre in das Programm aufgenommenen Ladewagen. Den dritten Expansionsschritt und die endgültige Festigung des Vertriebs im europäischen Ausland erfuhr Strautmann mit der Einführung der Siloblockschneider, von denen Strautmann jährlich bis zu 8.000 Stück baute.
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