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Wirtschaft & Unternehmen

Bayer CropSciene Kartoffeltag: 2014 ist wieder ein Krautfäule-Jahr

von , am
12.08.2014

Der Kartoffeltag Nordwest in Langförden fand in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal statt, ein festgesetzter Termin für viele Vertreter aus Beratung und Handel.

So konnte Jürgen Ebner, Bayer CropScience Beratungsmanager, die wichtigen Kartoffelexperten der Region bei nahezu tropischen Witterungsverhältnissen auf dem Versuchsfeld am Mühlendamm begrüßen. Die schweren Unwetter, die zuvor Westdeutschland in Atem gehalten hatten, verschonten jedoch den Raum Vechta und so zeigten sich die Bestände so, wie das von den Versuchsanstellern geplant war.
 
In seinem Begrüßungsvortrag erläuterte Ebner die aktuelle Krankheitssituation vor Ort. „Langförden ist kein Alternaria-Standort, die Versuchsanstellungen zur Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) zeigen dagegen deutlich, worauf es in diesem Kartoffeljahr erneut angekommen ist“. Der Phytphthora-Druck sei für 2014 als hoch einzustufen, vergleichbar mit dem schwierigen Jahr 2007. "Wie wichtig der rechtzeitige und regelmäßige Fungizideinsatz ist, demonstrieren unsere Parzellenversuche." Erste Infektionen hätten sich bereits früh im Juni gezeigt. Der frühzeitige Einsatz von Infinito konnte nach Aussage Ebners auch in diesem schwierigen Jahr wieder einmal überzeugen. Mit regelmäßigen Spritzfolgen sei auch der Neuzuwachs gut vor Krautfäulebefall geschützt worden.
 
In diesem Zusammenhang erläuterte er die Bedeutung verschiedener Prognosemodelle und stellte das mit Pro Plant gemeinsam entwickelte Bayer-Modell vor, das allen Kartoffelanbauern im Internet kostenlos zur Verfügung steht. Als Gastreferent gab Jürgen Pickny, Kartoffelspezialberater, Bezirksstelle Uelzen der LWK Niedersachsen, einen Überblick über die Resistenzsituation bei Weißem Gänsefuß in Kartoffeln. Besondere Beachtung müsse einem neuen Resistenzstamm namens Typ 218 geschenkt werden. Dieser sei seit 2010 bekannt. Noch gibt es laut Aussage von Pickny auf metribuzinresistenten Standorten gute Bekämpfungsmöglichkeiten im Vorauflaufverfahren. Nach dem derzeitigen Zulassungsstand beurteilt er die Situation für den Nachauflauf jedoch als sehr kritisch und befürchtet vor allem Probleme in Fruchtfolgen mit Kartoffeln und Zuckerrüben.
 
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