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Wirtschaft & Unternehmen

Beiselen investiert am Standort Magdeburg

von , am
11.02.2014

Das Unternehmen Beiselen hat kräftig investiert am Standort Magdeburg. Am Elbe-Abstiegskanal im Hansehafen hat das Unternehmen für rund 20 Millionen Euro einen neuen Standort in der Nähe des alten Standortes errichtet. Nach Baubeginn im November 2011 konnte das Lager pünktlich zur letztjährigen Ernte in Betrieb gehen. Agrarjournalisten aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt waren zu Gast.

Herzstück der Anlage sind die neun jeweils 8.000 Tonnen fassenden Hochsilos, über die die Getreidelieferungen aus der Region sowie die Schiffsverladungen besonders schlagfertig abgewickelt werden können. Die Schiffsverladekapazität pro Tag (16 Stunden) konnte somit von 3.000 Tonnen am alten Standort auf bis zu 13.000 Tonnen pro Tag gesteigert werden.
 
Angeliefert wird das Getreide zumeist per Lkw, bei näheren Entfernungen auch per Schlepper. Per ferngesteuerter Probennahme werden die Partien automatisch ins Labor befördert, analysiert und dort unter anderem die Fallzahl festgestellt. Weil gleich drei Annahmegossen zur Verfügung stehen – jede fasst 2,5 Lkw-Ladungen á 70 Kubikmeter – können auch bei der gleichzeitigen Anlieferung von verschiedenen Getreidearten und –qualitäten hohe Umschlagsleistungen erzielt werden. Zusammen mit dem nur wenige hundert Meter entfernten alten Standort kann jetzt an sieben Annahmegossen abgebunkert werden.
 
Das Unternehmen Beiselen wurde 1890 vom damals 25-jährigen Kaufmann Carl Beiselen als Thomasphosphatmühle mit Sitz in Ulm gegründet. Neben der Produktion von Thomasmehl wurde von Beginn an auch mit den damals gängigen Düngern Kainit, Carnallit, Superphosphat, Chilesalpeter und Kokerei-Ammoniak gehandelt. In den 50er Jahren kam das Pflanzenschutzmittelgeschäft, 1985 das Saatgut hinzu. Konzentrierte sich das wachsende Unternehmen lange Zeit auf den süddeutschen Raum, übernahm Beiselen in den 80er und 90er Jahren diverse Pflanzenschutzmittel-Lagerstandorte von ausscheidenden Wettbewerbern auch in Nord- und später in Ostdeutschland. Der Bau des Hafenstandortes Magdeburg 1994 garantiert dem Unternehmen (gemeinsam mit dem Landhandel Weiterer, mit dem das Projekt umgesetzt wurde) dabei die weitere Teilnahme an der Wertschöpfungskette – 1994 wurde dort die erste Ernte erfasst. Weitere Hafenstandorte betreibt das Unternehmen in Riesa, Hamm, Espelkamp und Lahnstein.
 
1996 wurde das Unternehmen zudem in Polen, 2000 in Österreich und 2003 in Ungarn aktiv. Mit dem gemeinsam mit Landhandel Rudolf Peters betriebenen Pflanzenschutzmittellager in Garstedt ist der zuvor ausschließlich als Großhändler tätige Beiselen-Konzern erstmals auch ins operative Geschäft mit den Landwirten eingestiegen. Beiselen tritt dabei in der Regel aber nicht direkt auf, sondern beteiligt sich über wenige Beteiligungsgesellschaften (Anteil zwischen 1 und 100 %) bei örtlichen Landhändlern in den alten und neuen Bundesländern. Nur dort, wo keine örtlichen Landhändler für den Verkauf der vermarkteten sowie eigenen Produktpaletten zur Verfügung stehen – vor allem in Ostdeutschland-, tritt Beiselen auch direkt als Verkäufer auf. Dazu unterhält die Firma auch ein eigenes Netz an 25 Mitarbeiter in der Außendienstberatung in den neuen Bundesländern.
 
Derzeit hat das Unternehmen 15 Niederlassungen, davon zwei  im Ausland, erzielte 2012 rund 1,5 Mrd. Umsatz und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter.
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