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Fleischwirtschaft

Cloppenburg: Mögliche Schlachthofansiedlung stößt auf Kritik

Schlachthof
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
29.09.2017

Das italienische Fleischwarenunternehmen Bresaole Pini plant einen neuen Schlachthof in Niedersachsen im Kreis Cloppenburg. Das stößt auf Kritik in der Region.

Die Ansiedlungspläne eines italienischen Fleischwarenunternehmens für einen neuen Schlachthof im niedersächsischen Kreis Cloppenburg stoßen auf Kritik in der Region. Der Cloppenburger Landrat Johann Wimberg (CDU) halte einen neuen Großschlachthof in seinem Landkreis für unverträglich, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit.

Die Probleme nach einer solchen Ansiedlung würden aus Sicht des Landrates die wirtschaftlichen Vorteile für die Region deutlich überwiegen.

Unterbringung der Schlachthofmitarbeiter schwierig

Wimberg verwies auf die schon großen Herausforderungen in Sachen Integration von Beschäftigten aus dem Ausland. Es sei zu erwarten, dass die überwiegende Zahl der Mitarbeiter über Werkverträge beschäftigt würde. Die Unterbringung der zu erwartenden neuen Mitarbeiter sei schwierig.

Der Schlachthof sei aber auch wegen der landwirtschaftlichen Entwicklung und der Wasser- und Abwasserthematik ein Problem. Cloppenburg gehört zu den Landkreisen mit der höchsten Nutztierdichte in Deutschland.

Niedersachsens Wirtschaftsministerium sucht Flächen

Berichten der "Münsterländischen Tageszeitung" (Cloppenburg) und der "Oldenburgischen Volkszeitung" (Vechta) zufolge plant das italienische Unternehmen Bresaole Pini den Großschlachthof.

Das niedersächsische Wirtschaftsministerium habe bereits Kommunen und einen Gewerbepark angesprochen, um nach geeigneten Flächen zu suchen.

Möglicher Schlachthofstandort auch bei Göttingen

Das Ministerium in Hannover bestätigte, dass es Gespräche auf Fachebene gegeben habe und in der Folge zwei Standortbesichtigungen, eine im Landkreis Göttingen und im Landkreis Cloppenburg. "Noch aber ist nichts fix", teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Minister Olaf Lies (SPD) sei bisher nicht eingebunden. "Sollte sich das Interesse aber bestätigen wird er zügig das Gespräch mit dem Unternehmen suchen", so eine Sprecherin des Ministeriums.

Niedersachsen will Verträge mit Sozialversicherungspflicht

Zur Größe des Schlachthofs von der Kapazität und den Arbeitsplätzen her könne das Ministerium keine Angaben machen. Allerdings wolle das Land keine Ausweitung von Werkvertragsbeschäftigung, sondern echte sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Betrieb.

"Das werde ich den Verantwortlichen sehr deutlich sagen. Feste Arbeitsverträge und dann die Schaffung des notwendigen Wohnraums ist mein Anspruch", betonte Lies. Vom Unternehmen selber lag zunächst keine Antwort auf eine entsprechende Anfrage vor.

Mit Material von dpa
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