Login
Schweinezucht

Dänische Genetik: Wie geht es weiter mit DanAvl in Deutschland?

Jungsau-Schweinehaltung-Sauenhaltung
Thumbnail
Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
19.12.2017

Wie geht es weiter mit DanAvl in Deutschland? Antwort auf diese Frage gab es bei der Generalversammlung der Schweinebesamungsstation Weser-Ems. Wir waren dort.

Die bevorstehende Trennung der dänischen Dachorganisation für die Schweinezucht im Land, DanAvl, von einem ihrer Hauptlizenznehmer in Deutschland, Breeders of Denmark war ein Thema der Generalversammlung der Schweinebesamungsstation Weser-Ems.

Der technische Geschäftsführer Johannes Korfhage gab Informationen dazu:

  • DanAvl arbeitet in Deutschland mit verschiedenen Lizenznehmern/Vermehrern zusammen.
  • In Niedersachsen „tummeln“ sich zum Beispiel mehrere Anbieter von dänischer Sauengenetik und stehen im Wettbewerb miteinander.
  • DanAvl hat bereits seit einiger Zeit an einer umfassenden Umstrukturierung der Organisation gearbeitet.

Neue DanAvl P/S zum 1. Dezember gegründet

    In einer Pressemeldung vom 1. November diesen Jahres heißt es:

    • Ein Großteil der dänischen Lieferanten (dänische DanAvl-Züchter und DanAvl-Vermehrungsbetriebe) hätten der neuen Gesellschaft DanAvl P/S ihre Unterstützung zugesichert, indem sie die neuen Lieferantenvereinbarungen unterzeichneten.
    • Die neue DanAvl P/S wurde dann zum 1. Dezember gegründet.
    • Das Ziel bestehe darin, einen globalen Akteur ins Leben zu rufen, der mit den großen Zuchtgesellschaften im Ausland konkurrieren könne.

    Nach Brancheninformationen gehört Breeders of Denmark ab dem 31. Dezember diesen Jahres jedoch nicht mehr zu DanAvl P/S, sondern plant eine eigenständige Zuchtorganisation unter dem Namen „Danish Genetics“. „Danish Genetics“ soll über etwa 40 % der Sauen des DanAvl-Bestandes mit Nucleus und Vermehrung verfügen.

    Wie Taphorn am Rand der Generalversammlung in Bethen berichtete, stehen sowohl Sauenhalter mit dänischer Genetik als auch die Besamungsstationen und Vermehrer sowie Lizenznehmer nun vor dem Problem, sich sehr kurzfristig für die eine oder die andere „Seite“ entscheiden zu müssen. Dies gilt zum Beispiel auch für Eigenremontierer, die Sperma von Reinzuchttieren benötigen.

    Sauenhalter fühlen sich überrumpelt

    Aus Kundengesprächen in den vergangenen Tagen weiß Korfhage, dass sich Sauenhalter zum Teil arg überrumpelt fühlen angesichts der jüngsten Entwicklung. „Wer als Ferkelerzeuger gut mit seinem Vermehrer zusammenarbeitet, möchte natürlich nicht wechseln,“ sagt Korfhage.

    Gleiches gelte, wenn man die gute fachliche Betreuung seines Lieferanten schätze. Und natürlich will jeder am Zuchtfortschritt teilhaben, schließt er auch seine Besamungsstation mit ein.

    Wie geht es weiter mit der Zuchtarbeit bei Danish Genetics und DanAvl?

    Wie die Zuchtarbeit bei Danish Genetics und DanAvl jetzt fortgeführt werden soll, bleibt abzuwarten. Korfhage rechnet auf alle Fälle mit steigenden Kosten für die Nutzer dänischer Genetik. Er wünscht sich vor allem eines, und das nicht nur für seine Organisation, sondern auch für die betroffenen Ferkelerzeuger:

    • größtmögliche Transparenz bezüglich der Entwicklung und
    • ausreichend Zeit, ggf. weitreichende betriebliche Entscheidungen zur Genetik in Ruhe abwägen und treffen zu können.

    Letzteres scheint im Moment aber fraglich.

    Auch interessant